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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Theater: Am Amt verzweifeln selbst Engel

14.03.2016

Varel Wer kennt das nicht. Mit Feuereifer stürzt man sich in ein neues Projekt und stellt dann fest, dass ein Wust von Gesetzen und Vorschriften alles ausbremst. Selbst ein Auftrag von allerhöchster Stelle ist so zum Scheitern verurteilt. Das muss Hinrich Mack feststellen, der für Gott eine neue Arche bauen soll.

In dem neuen Stück „Vör us de Sintfloot“ der Niederdeutschen Bühne Varel, das am Freitagabend im Tivoli Premiere feierte, steht der von Günter Brüntje brillant gespielte bodenständige Zimmermann und Urururur-Enkel von Noah vor immer neuen Herausforderungen, die selbst mit himmlischem Beistand kaum zu meistern sind.

Noch neun Aufführungen im Vareler Tivoli

Regie: Jürgen Reiners; Assistenz: Anna Wilmann; Souffleuse: Ursula Dananic. Schauspieler: Günter Brüntje, Christine Meyer, Erwin Heidemann, Lea Butt, Caroline Theilen, Rita Zucker, Kerstin Resesky. Kostüme: Marga Nößer, Christine Meyer. Bühnenbild, Bühnenbau: Egon Loop, Dirk Brumund, Andreas Frerichs, Eckhard Müller-Wehlau, Hugo Engberts, Jens-Uwe Meyer, Wolfgang Stammer, Johann Hagena, Birthe Schulz. Maske, Frisuren: Helga von Eßen, Mona Lühring, Annika Sollermann, Nicole Beyer, Anke Winkel. Licht, Ton: Arne Laßen, Julian Beyer, Tammo Padeken. Noch neunmal ist die Komödie im Tivoli zu sehen: 15., 18., 20., 22. März, 1., 3., 8. und 10. April jeweils um 20 Uhr; Sonntag, 20. März, um 15.30 Uhr. Karten: Tabula Magica, Neue Straße 6 in Varel.

Schnell fesseln die Darsteller ihr Publikum mit der biblischen Geschichte, die im modernen Behördenzeitalter groteske Züge annimmt. Die vielen feinen und wohlüberlegten Kleinigkeiten in der Inszenierung von Regisseur Jürgen Reiners sind es, die das turbulente Stück zum Erfolg machen. Überraschende Ton- und Lichteffekte unterstützen die Komik. Ebenso das von Egon Loop mit viel Liebe fürs Detail entworfene Bühnenbild, bei dem man auch beim wiederholten Hinsehen stets etwas Neues entdeckt.

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Eine sorgfältig ausgesuchte Musik baut Spannung auf. Obwohl jedem die Story aus dem Alten Testament bekannt ist, weiß der Zuschauer nie, wie es auf der Bühne weitergeht. Immer wieder wird er von einer neue Überraschung verblüfft, die für so manchen Szenenapplaus sorgt.

Günter Brüntje überzeugt als moderner Noah. Zusammen mit Christine Meyer als seine „Ehefrau“ Wiebke Mack bildet er ein kongeniales Duo, das durch Wortwitz besticht.

Viel Schwung verleiht Kerstin Resesky der Komödie. Erstmals dabei, verkörpert sie mit vollem Einsatz und einer grandiosen Mimik die „Seelenklempnerin Fro Doktor Kreienboom“, die Hinrich Mack auf dessen Geisteszustand untersuchen soll. Bei ihrer Premiere überzeugte auch die erst 18-jährige Lea Butt als blonder Engel Lara.

Originelle Situationskomik bringt Erwin Heidemann ins Spiel. Er sorgt als der von Gott gesandte (zwar lange verstorbener aber immer noch trinkfeste) Großvater von Hinrich Mack quasi aus dem Hintergrund für Stimmung. Das Ensemble komplettieren Caroline Theilen als Angestellte von Bau-Brumund und Rita Zucker, die als etwas steife Abteilungsleiterin beim örtlichen Bauamt mit dem Gesetzbuch in der Hand eine strenge Paragrafenreiterin abgibt.

Am Ende gab es minutenlangen Applaus von den Zuschauern, die mit dem sicheren Wissen den Theatersaal verließen: Die Verwaltung und Vorschriften sind eine schlimmere Strafe als eine von Gott auferlegte Sintflut.


Mehr Bilder vom Stück unter   www.nwzonline.de/fotos-friesland 
Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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