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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Auch diesmal bestes Bier

17.10.2016

Glück gehabt: Das Friesische Brauhaus darf den neuen Jahrgang Jever-Pilsener verkaufen und muss ihn nicht den Armen schenken: Leicht getan hat sich die gestrenge Prüfungskommission bei der 326. Bierprobe nicht. Doch am Ende stand das Urteil: „Dem Brauhaus offiziell verkünden wir, ihr braut auch dieses Jahr das beste Bier. Und merket Stadt und Bier soll man nicht trennen, drum müsst ihrs jetzt auch Jefer nennen“.

Für das Brauhaus ist die Bierprobe, die Ira Beckmann organisiert, ein Anlass, Stadtrat, Vereinsvertreter und Honoratioren aus Jever und der Nachbarschaft zum Umtrunk mit Rührei, Krabben und Bratkartoffeln einzuladen. Das Brauerjahr mit Beginn am 1. Oktober hat seinen Ursprung aus der Zeit, als es noch keine künstliche Kühlung gab. Da durfte Bier nur in der kalten Jahreszeit von Michaeli (29. September) bis Georgi (23. April) gebraut werden. So begann das Wirtschaftsjahr der Brauer Anfang Oktober mit der Lieferung des Hopfens und Braugetreides. Und es endete, wenn am 30. September (Brauersilvester) das letzte Fass des stärker eingebrauten und damit länger haltbaren Biers aus den Brauereikellern gerollt wurde.

Wieder mit dabei: Die rein weibliche Prüfungskommission von 2013 – mittlerweile schon ewige Prüferinnenkommission. Die Damen um Elke Vredenborg besetzen Jahr für Jahr einen ganzen Tisch, haben Spaß und heben die Stimmung durch ihr lautstarkes „Proooohoooost“.

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Bevor Betriebsleiter Christian Schmidt sein Statement gab, begrüßte Geschäftsführer Rüdiger Röhnisch die Gäste. Schmidt stellte 2016 als ein von Tradition geprägtes Jahr vor: 25 Jahre Jever Fun, 82 Jahre Jever Pilsener, 168 Jahre Braustätte an diesem Standort, 225 Jahre Püttgemeinschaft Lange Leitung, 326 Jahre Bierprobe, 480 Jahre Verleihung der Stadtrechte und 500 Jahre Reinheitsgebot. Er forderte dazu auf, es zu halten wie Hildegard von Bingen: „Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko“.

Zerbsts Bürgermeister Andreas Dittmann (ovales Bild links), ein Jahr lang Rumormeister und Herr über den Bier-Hammer, beeindruckte mit fundiertem Wissen über jeversche Kommunalpolitik. Dittmann forderte mehr Wachsamkeit ein und dokumentierte dies an einer ortsfremden Kiste Pfaffenbräu, die das Zugfahrzeug des Erntewagens schmückte. Gleichwohl kritisierte er auch die schleichende „Entmachtung des Rates bei der Brauaufsicht“ durch hinzugezogene ratsfremde Mitglieder.

Damit das Brauerjahr gesittet abläuft, wird bei der Bierprobe ein Rumormeister ernannt. Tom Nietiedt (ovales Bild, rechts), Wilhelmshavener Unternehmer und Arbeitgeber-Präsident Jade, bezeichnete seine Wahl als Höhepunkt in seinem Leben, der nur wenigen vergönnt ist. Er erinnerte daran, dass die St. Johanni-Brauerei zu Accum ab 6. März 1874 Wilhelmshaven mit wunderbarem Bier versorgte. Die freie Übersetzung von Rumor als Gerücht habe ihn als einen festen und historischen Bestandteil der Wilhelmshavener Gesellschaft skultur getroffen, ohne dass er auf den „Busch“ geklopft habe.

Nietiedt appellierte, die Zeit bis 2019 unter Zuhilfenahme des Jever Pilsener zu nutzen, um sich nicht nur auf ein einziges Bier für die Region zu verständigen, sondern auch personelle Redundanzen mit dem Ziel eines „Geschmacksgroßkreises“ aufzuheben. Bekannte Bierregionen wie Göttingen und Osterode seien Beweis dafür und die Wirtschaft steht einschließlich Rumormeister hilfreich zur Seite.

Das in jeverschen Fach- und Bierkennerkreisen „nicht ganz unerwartete“ Votum der gestrengen Prüfungskommission unter Leitung von Jörg Fessel fiel einmütig. Als Festredner gelang es Fessel vortrefflich, satirisch kabarettistisch und humoristisch das aktuelle politische Geschehen zu skizzieren. Die Prominenz hatte dabei nicht immer was zum Lachen, die Zuschauer umso mehr.

Im Fokus stand das leidige Thema der falschen Aussprache von Jever in den Werbespots des Brauhauses: Selbst in der Lautschrift des Duden werde Jever falsch geschrieben: Und zwar mit „w“ statt „f“. „Was würde wohl auf dem Münchner Oktoberfest passieren, wenn man dort Baulaner, Löfenpräu oder Feißwurst bestellen würde?“ Bei solch ernsten Verfehlungen greift die Staatsregierung durch und schiebt ab. „Nur bei uns in Niedersachsen passiert nichts und warum? Ja – Weil. Auch Olaf Lies lässt solche verbalen Verbrechen ungesühnt“, so Fessels Seitenhieb auf die Landesregierung.

Zudem nannte Fessel die Ehrenämter bei der Bierprobe als eine Art Entsorgungsaktion: Denn auf das Jahr als Rumormeister folgt politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftliche Abstieg wie bei Karl Heinz Funke, „der über ein Wasserglas stolperte“, Horst Dieter Husemann, „aller kommunalpolitischen Ämter entledigt“, oder Ex-Betriebsleiter Wolfgang Janßen der nach Afrika auswanderte. „Was haben die Ihnen getan?“ Der Vorschlag von Stadtbrandmeister Olaf Rieken „Nun lasst uns endlich mal den Durst löschen“ wurde auch im Schalander befolgt.

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