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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Theater: Bekenntnis sorgt für viel Trubel im Büro

04.02.2013

Varel Verwicklungen und Missverständnisse – meist verwoben mit dem großen Thema Liebe – sind immer wieder Inhalt großer Komödien, die zur Aufführung kommen. Heterosexualität ist da wie selbstverständlich – aber Homosexualität? An dieses für Niederdeutsche Bühnen sehr modern anmutende Thema hat sich jetzt die Niederdeutsche Bühne Varel in ihrer aktuellen Inszenierung gewagt – und damit schon gewonnen. Ein volles Haus verzeichneten die Vareler bei ihrer Premiere von „Een beeten schwul is cool“ am Freitagabend im Tivoli in Varel. Am Schluss der Aufführung gab es anhaltenden Applaus, noch verstärkt durch Füßetrampeln.

„Das lohnt doch nicht mehr.“ Dieser Ausspruch von Kollegin Beatrice, als seine weitere Bürokollegin Paula ihm das „Du“ anbieten will, sagt Bertram Kieselbach alles: Ihm droht die Kündigung. Doch da kommt seinem Freund Klaus aus der Kantine die Idee: Bertram soll bei seinen Vorgesetzten einfach vorgeben, dass er homosexuell sei. So könne sich die Firma gar nicht leisten, ihn zu entlassen, ohne den Vorwurf der Diskriminierung befürchten zu müssen.

Gesagt, getan: Das „Outing“ gelingt Bertram sogar schneller als gewollt – und bringt in Folge nicht nur seine Lebensgeister zum Erwachen, sondern die der Kollegin Paula gleich mit. Sie entwickelt sich von der „grauen Büro-Maus“ zum „flotten Feger“ – nicht nur äußerlich. Darstellerin Heike Wessels brilliert mit ihrer Wandlungskunst.

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Bertrams Blatt wendet sich schnell zum Guten: Er behält seine Stelle, es fällt ihm plötzlich leicht, sich von seiner Ex-Frau auch gefühlsmäßig loszusagen, und er findet wieder Zugang zu seiner Tochter – schließlich ist in ihren Augen „een beeten schwul echt cool.“ Nur der stellvertretende Chef Stefan Schöneberger macht ihm zu schaffen, macht der ihm doch ein „unmoralisches Angebot“ und stellt ihm nach. So meint dieser, endlich einen Mann mit gleichen Neigungen gefunden zu haben.

Die Situationskomik ist vielfältig, und so manches Mal reichen auch schon kleine, aber markante Gesten der Darsteller, um das Publikum zum Lachen bringen. Da braucht Bertram Kieselbach – wunderbar gespielt von Harald Kaminski – nur mal verschreckt sein Jackett ganz eng zu schließen.

Die Inszenierung kommt gekonnt ohne Übertreibungen aus, gerade auch bezüglich des Themas Homosexualität. Es wird nicht zu sehr karikiert, auf jegliche „tuntige“ Darstellung gänzlich verzichtet. Nicht gespart wird jedoch an geistreichem Dialogwitz – stets treffend und auch schon mal hintersinnig fragend: „Das muss man doch sehen, wenn ein Mann wirklich schwul ist, oder?“ Die musikalische Untermalung, die wohl einige romantische Stimmungen im Stück noch mehr hervorheben soll, tut bei der Darstellungsstärke der Akteure gar nicht not.

Kurzweilig und sehenswert – das Wagnis in die modernere, zeitgemäßere Themenwelt ist der Vareler Bühne geglückt. Immer wieder gab es bei der Premiere Szenenapplaus. Das Publikum honorierte die Aufführung auch abschließend mit sehr viel Beifall.

Anke Wöbken Varel / Redaktion Friesland
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