• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

„Bochorne“ und das falsche Wappen

04.09.2013

Bockhorn kommt ins Radio: Am Montag, 9. September, passend zum Bockhorner Markt, geht auf dem Sender NDR 1 Niedersachsen gegen 10.20 Uhr der Namensforscher Professor Jürgen Udolph der Frage nach: Woher kommt der Name Bockhorn? Das teilte Bürgermeister Andreas Meinen mit, der selbst auf kulturelle und wirtschaftliche Aspekte wie Bockhorner Klinker und Oldtimermarkt eingehen wird.

Woher kommt denn nun der Name? In der Festschrift zur 750-Jahr-Feier Bockhorns im Jahr 1970, die vom Heimatring herausgegeben worden war, geht der damalige Lehrer Friedrich Hashagen der Bedeutung nach. Ihm zufolge ist es ein zusammengesetzter Name, in ältesten Urkunden als „Bochorne“ belegt. Mit dem Grundwort Horn wird eine im Grundriss gebogene Flur bezeichnet, zum Beispiel durch ein Waldstück sichtbar.

Das heutige Bock steht für „boc“ oder „boca“, gemeint ist die Buche, laut Hashagen ein schon im Indogermanischen überlieferter Baumname. Er zieht die Schlussfolgerung: „Die alte Siedlung Bockhorn muss dem Namen nach also auf einer im Grundriss gebogenen, damals mit Buchen bestandenen Flur gelegen haben.“ Es gibt Heimatfreunde, die diese Flur südwestlich vom heutigen Dorf im Bereich der Grabsteder Straße/Hilgenholt/Kreyenbrok vermuten.

Damit im Zusammenhang steht, was das offizielle Wappen der Gemeinde bedeuten soll. Immerhin ist es in der Hauptsatzung im Paragraphen 2 verankert: „Das Wappen zeigt auf gelbem Grund                    einen roten Hirschbock und darunter ein blaues Horn mit gelbem Beschlag.“ Dazu wieder Friedrich Hashagen: „Das Wappen ist erst 1948 gestaltet worden nach dem Wortbild Bock – Horn in Anspielung auf die früher hier von den Oldenburger Grafen ausgeübte Hochwildjagd. Die Verleihung erfolgte 1950 durch das Niedersächsische Innenministerium.“

Die Oldenburger Grafen haben sich längst zurückgezogen, frei lebendes Rotwild gibt es in den Wäldern Bockhorns nicht mehr, der Begriff Hirschbock entstammt der Jägersprache, ist in dieser Gegend aber eher ungebräuchlich, mit Bock wird männliches Rehwild bezeichnet. Mit „Bochorne“ jedenfalls hat das Wappen nichts zu tun.

Weitere Nachrichten:

NDR 1 | Bockhorner Klinker | Heimatfreunde

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.