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NWZonline.de Region Friesland Kultur

TAG DER OFFENEN TÜR: Bücher in Samt und Seide gekleidet

29.10.2005

Unter dem Titel „Vom Kleid der Bücher: Einbände aus sieben Jahrhunderten“ präsentiert die Bibliothek zwischen 10 und 17 Uhr 177 der schönsten Einbände. Der Eintritt ist frei.

Nur selten werden solch wertvolle Werke überhaupt ausgestellt – und wenn, dann fast immer unter Glas. Die Bibliothek des Mariengymnasiums bietet dagegen direkte Betrachtung.

Die Schau wurde mit Unterstützung des Fördervereins Bibliothek von Diplom-Bibliothekarin Heide Ilchmann und Bibliotheksleiter Hartmut Peters erarbeitet. Um 11 und um 15 Uhr führt Heide Ilchmann durch die Buchwerkstatt.

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Die Exponate sind nach Epochen geordnet, um so einen Einblick in die Einbandgeschichte zu bieten. In der Gruppe „Kalbslederbände der Renaissance“ liegen mit der Lübecker Bibel von 1494 und der Biblia Latina von 1497 auch zwei Inkunabeln aus. Glanzlichter setzen die wegen ihrer Empfindlichkeit fast nie ausgestellten Golddruckpapiere. Deren Muster und Farben kennen keine Grenzen – Obstbäume, Blumen, Ranken und Jagdszenen lassen den Einband erstrahlen und die Lebensfreude des Rokoko spüren.

Ganz in Schwarz hingegen kommen die Leichenpredigten derselben Epoche einher. Die Pergamentbände zeigen die Vielseitigkeit dieses Materials zwischen Repräsentation und Alltag auf.

Die Gruppe „Kuriosa und Hybride“ zeigt u. a. einen roten Maroquinband von 1598 mit Golddruckornamenten und Bücher aus Samt, Seide und goldbeschichtetem Bütten. Wer die Geschmacksverirrungen des Wilhelminismus mag, kommt auf seine Kosten bei der Betrachtung von protzigen Büchern über Bismarck und den „deutschen“ Rhein.

In weiteren Gruppen geht es um Schweinsleder, historische Buntpapiere, handtellergroße Kleinformate, Schuleinbände von 1830 und den Jugendstil.

Die augenkitzelnde Vielfalt des Schmuckes stammt meist aus dem steten Bemühen um geeignete Verzierung wertvoller Bücher als Einzelstücke. Einbände werden deshalb häufig erst vor dem sozialen Hintergrund des Erstbesitzers verständlich. Exponate aus dem Besitz des Remmer von Seediek (1500 bis 1557) und des Zerbster Fürsten Johann Ludwig (1688 bis 1746) verdeutlichen einen Zusammenhang, den noch die goldgeprägten Schuleinbände von 1830 widerspiegeln.

Danach spalten die Vorherrschaft gebundener Ware, die Industrialisierung der Produktion und die Egalisierung von Bildung das Buch auf. Der Einband wird zur fast beliebigen Hülle des nun allein wichtigen Inhalts. Diese Tendenz schien lange im Taschenbuch ihre Zuspitzung gefunden zu haben. Die virtuellen „books on demand“ jedoch entlassen erst auf Bestellung ihren Inhalt in die reale Welt und erheben so die verwendete Software zum eigentlichen Einband.

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