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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Kirche in Cäciliengroden – geht da doch noch was?

30.10.2019

Cäciliengroden Wut, Enttäuschung und Verzweiflung. Einen Monat, nachdem in der ev.-luth. Kirchengemeinde Sande bekannt geworden war, dass der Standort Cäciliengroden nicht mehr lange zu halten ist, sind die Schockstarre und Sprachlosigkeit gewichen: Nun sind die Emotionen da. Und der feste Glaube, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Die Menschen in Cäciliengroden, denen etwas liegt an ihrer Kirche und an ihrem Gemeindehaus und die sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen, wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass da noch was geht. Dass es doch noch weitergeht. Irgendwie.

Auch Tränen fließen

Aber wie? In einer neuerlichen Versammlung, diesmal im Gemeindehaus „Die Brücke“, das nach Lage der Dinge in wenigen Jahren geschlossen, eventuell verkauft? abgerissen? werden soll, flossen bei der Vorstellung daran bei manchem auch Tränen. Pastor Jörg Zimmermann und Vertreter des Gemeindekirchenrats hatten mit Olaf Ripke von der hannoverschen Landeskirche zu ei­nem weiteren Informations- und Diskussionsabend eingeladen, um zum einen noch einmal die Ausgangslage zu erläutern und zum anderen zu hören, wie es weitergehen kann.

Wie berichtet, gehen der Kirche immer mehr Mitglieder verloren. Überall in Deutschland kehren Menschen der Kirche den Rücken oder finden gar nicht erst zu ihr. Auch in Sande ist das so.

Neben den Kirchenaustritten verschärft die Demografie die Lage: Es gibt viel mehr Bestattungen als Taufen. Heißt: die Zahl der Gemeindemitglieder schrumpft seit Jahren. Der Kirchengemeinde Sande, vor wenigen Jahren noch 4800 Seelen groß, gehören heute noch 3500 Menschen an. Und es geht weiter bergab – folglich auch mit den Finanzen. Die Kirchengemeinde Sande kann sich ihre beiden Standorte schlichtweg nicht mehr leisten. Bis 2022, so der Beschluss des Gemeindekirchenrats, soll nach Wegen aus der Krise gesucht werden, um Cäci doch noch halten zu können. Sonst wird dort spätestens 2026 die letzte Messe gelesen.

Pastor Jörg Zimmermann, seit drei Jahren Seelsorger in Sande und Cäciliengroden, hatte sich gewundert, dass nach der ersten Veranstaltung vor vier Wochen die Reaktionen auffällig verhalten und kaum emotional waren und es nur einen einzigen Leserbrief gab. Allerdings waren damals von den 200 Anwesenden nur 20 aus Cäciliengroden dabei. In den Tagen danach sei ihm allerdings einiges zugetragen worden, so Zimmermann. „Einiges davon tat weh – und tut es noch.“ Er zitierte einige Aussagen und erklärte: „Schuldzuweisungen und Beschimpfungen sind völlig fehl am Platze.“

Der Beschluss, den der Gemeindekirchenrat sich nach zwei Jahren Analyse der Entwicklung und der Zahlen getroffen habe, sei Folge einer langen Entwicklung. Und, so Zimmermann, es bleiben ja noch drei Jahre Zeit, um Ideen zu entwickeln, wie man den Gemeindestandort Cäciliengroden erhalten könne.

Finanzkrise ist Folgekrise

Etwa 80 Gemeindemitglieder waren diesmal dabei und entwickelten erste Vorschläge. Doch Finanzlöcher von 80 000 Euro im Jahr stopft man nicht mit Bastelerlösen und Kuchenverkauf vom Basar. Auf Stellwänden wurden Ideen gesammelt, wie Kirche sich verändern und öffnen muss, um die Menschen wider zu erreichen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Religionsgemeinschaften wurde diskutiert. Mehr Social Media, mehr Angebote für Familien und Kinder. Es gibt gute Ansätze, aber offenbar noch nicht d e n Geistesblitz.

Zimmermann stellte aber auch fest: Die Beteiligung am kirchlichen Leben sei oft enttäuschend. Gottesdienste sind kaum besucht. Die Finanzkrise, die Cäciliengrodens Fortbestand gefährdet, sei eine Folgekrise, eine Glaubenskrise. Die Zahl derer, denen das Gemeindeleben egal ist, sei leider deutlich größer als die Zahl der Treuen und Aktiven.

Ein Vorschlag aus dem Publikum: Kirche muss wieder missionieren. „Wir sollten von Haustür zu Haustür gehen oder auf dem Wochenmarkt mit den Leuten ins Gespräch kommen. Wir müssen die erreichen, die nicht in der Kirche sind und ihnen vermitteln, was Gemeindearbeit auch für sie bedeuten kann.“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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