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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Neue Flügel für alte Dangaster Mühle?

26.01.2018

Dangast Die Dangaster Mühle ist weltberühmt. Doch wohl nur wenige Menschen wissen das. Warum? Überregional bedeutende Künstler, die Dangast seit Beginn des 20. Jahrhunderts besuchten, dort vorübergehend wohnten oder zu ihrem Lebensmittelpunkt machten, haben den 1874 erbauten Erdholländer als Motiv für ihre Bilder und Zeichnungen genutzt.

Neben Franz Radziwill (1895–1983) hielten die Mühle unter anderem die Brücke-Maler Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) und (1883–1970), Willy Hinck (1915–2002), Trude Rosner-Kasowski (1899– 1970) und Anatol Herzfeld in ihren Arbeiten fest. Sie sind zum Beispiel im Pariser Louvre oder im „Museum of Modern Art“ (MoMA) in New York ausgestellt.

Diese Postkarte des Malers Karl Schmidt-Rottluff aus dem Jahr 1909 zeigt die Dangaster Mühle. BILD: Radziwill-Gesellschaft

Dangaster Mühle 1874 erbaut und im Jahr 1907 versetzt

Im Jahr 1874 wurde die Dangaster Mühle als Erdholländer auf dem damaligen Deich mit der Flurbezeichnung „Wulfgaster Höhe“ errichtet. 1907 wurde sie an den heutigen Standort versetzt und mit einem zweigeschossigen Unterbau versehen. Seitdem wurde dort auch eine Gastwirtschaft betrieben. Nach dem Ende des Betriebs verfielen die Mühlenflügel, und sie wurden entfernt. Quelle: Vareler Heimathefte

„Sie ist in vielen weiteren Museen weltweit zu finden“, betont Konstanze Radziwill: „Nur in Dangast nicht.“ Das solle sich bald ändern. „Vielleicht könnte man der Mühle ihre Flügel wiedergeben.“ Diese besondere Idee stellte die Tochter des Malers Franz Radziwill zum Abschluss ihres Vortrags „Künstlerort Dangast – Gestern und Heute“ in der öffentlichen Sitzung des Kultur-Ausschusses im Vareler Rathaus vor.

Der Hintergrund: Dangast soll wieder für den nachhaltigen Kulturtourismus fit gemacht werden. Und das Projekt neue Mühlenflügel könnte ein Bestandteil sein. „Bis heute ist es ein Ort, der Künstler anlockt. Er hat viel Potenzial, das ist toll“, sagte Konstanze Radziwill. Das könne münden in der Gründung „einer Art Initiativkreis und Kulturförderung“.

Anschließen könne man an die Künstlergruppe „Brücke“, die das Dorf Dangast einst weltberühmt machte und deren Geschäftsstelle bis 1912 im Hotel Fürst Bismarck an der Straße am Jadebusen hatte. „Die Brücke hatte passive Fördermitglieder, die doppelten oder dreifachen Beitrag zahlten“, nannte Konstanze Radziwill dieses Konzept als geeignetes Vorbild.

Neben den möglichen neuen Flügeln stellte sie weitere Ideen vor: So könnte in Dangast ein Künstlerhaus nach dem Vorbild der Einrichtung in Hooksiel entstehen, Ausstellungsmöglichkeiten für Gegenstandskunst, Stipendien könnten vergeben sowie ein spartenübergreifender Kunstpreis geschaffen werden. Darüber hinaus könnte der Dangaster Kunstpfad um fehlende Namen erweitert und die ehemalige Geschäftsstelle der „Brücke“ wieder erkennbar gemacht werden.

Bleibt die Frage nach den Mühlenflügeln. Wie ist das zu finanzieren – zumal sich die Mühle im Privatbesitz befindet? Auch da orientiert sich Konstanze Radziwill an einem Vorbild an anderer Stelle. „In Ahrenshoop an der Ostsee hat man den Mut gehabt, einer Mühle Flügel zu geben, die sich nicht drehen lassen“, schlug sie vor.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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