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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Wie Katzen Radziwills Kunst erklären

12.04.2019

Dangast Wie der Dangaster Künstler Franz Radziwill Farben, Kontraste und Flächen in seinen Bildern einsetzt, dass wurde in den vergangene Jahren in den Ausstellungen im Radziwill-Haus in Dangast bereits ausführlich beleuchtet. Jetzt startet die vierte Ausstellung der insgesamt fünfteiligen Reihe: „Inszenierte Bildräume“ lautet der Titel – und es dreht sich vor allem um die Perspektive. Bilder von Katzen zeigen, dass sich der Umgang mit der Perspektive durch das gesamte Werk des Künstlers zieht.

„Radziwill benutzt die Perspektive, um die Aussage seiner Bilder zu verstärken“, erklärt Kuratorin Birgit Denizel. Dabei nutze er die verschiedenen Perspektiven weniger aufdringlich, sondern eher sublim. Oft haben die Bilder des Dangaster Malers etwas Unheimliches an sich. „Man merkt aber nicht immer gleich, was dahinter steckt“, sagt Birgit Denizel.

Ausstellung wird am Sonntag eröffnet

Die Ausstellung „Inszenierte Bildräume“ im Radziwill-Haus an der Sielstraße in Dangast wird am Sonntag, 31. März, um 11.30 Uhr im Nationalpark-Haus, Zum Jadebusen 179 in Dangast eröffnet. Gastredner ist neben dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, auch Sven Ambrosy, Landrat von Friesland.

Zu sehen sind die Bilder in der Ausstellung bis zum 12. Januar 2020.

Gezeigt werden 30 Bilder von Franz Radziwill aus dem Zeitraum 1920 bis 1971.

Es ist die vierte Ausstellung der fünfteiligen Ausstellungsreihe „Avantgarde und Tradition“. Der letzte Teil im Jahr 2020, in dem Radziwill 125 Jahre alt geworden wäre, befasst sich dann mit dem Thema „Lichtspiele“.

Typische Perspektiven für Radziwill sind beispielsweise eine leichte Aufsicht bei Landschaftsbildern, bei Stillleben hingegen begegnen dem Betrachter die Gegenstände oft direkt auf Augenhöhe, obwohl man die dargestellten, meist profanen Dinge im wirklichen Leben hauptsächlich von oben sieht. Soll ein Bild bedrängend wirken, wird das Motiv dem Betrachter einfach vor die Nase gesetzt, so dass er zwangsweise damit konfrontiert wird.

Was anhand der Bilder in der neuen Ausstellung schnell deutlich wird: Radziwills Umgang mit der Perspektive zieht sich durch sein gesamtes künstlerisches Schaffen. „Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Bilder seien von drei verschiedenen Malern“, erklärt Konstanze Radziwill. Aber auf den zweiten Blick stelle man eben fest, dass sich bestimmte stilistische Elemente durch das Gesamtwerk hindurchziehen.

Sehr eindrucksvoll zeigen das Bilder einer Katze. Das eine Bild stammt aus der frühen Schaffenszeit Radziwills, das andere aus der späten. Neben dem Motiv mit der Katze haben beide Bilder einen Holzbohlenboden gemein, der ins Unendliche zu gehen scheint und den Betrachter regelrecht ins Bild saugt. Am Ende wartet dann unendlicher Raum mit kreisrunden Gebilden, die an Planeten erinnern.

Oft spielt Radziwill mit der Perspektive. Manchmal wollen die Größenverhältnisse der abgebildeten Menschen und Gegenstände überhaupt nicht zueinander passen. Mal sind Tulpen so groß wie die Menschen, die an ihnen vorbeigehen, mal steht ein Turm in der Landschaft, der sich bei genauerem Hinsehen als Topf entpuppt, entlarvt durch ein Radieschen daneben.

Aber bei der Inszenierung von Bildräumen hat Radziwill sich nicht einfach auf Perspektiven beschränkt. Häufig hat man bei seinen Bildern den Eindruck, dass sie wie ein Bühnenbild aufgebaut sind. Die einzelnen Bildebenen werden so dargestellt, dass sie wie Elemente einer Theaterkulisse wirken. Damit ging Radziwill sehr bewusst um: Manchen Bildern verpasste er noch einen Rahmen aus Vorhängen – wie im Theater.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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