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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Das „Phänomen Fritz Levy“

24.09.2015

Jever Das verspricht ein sehr interessanter Abend zu werden: Hartmut Peters vom Gröschler-Haus – Zentrum für jüdische Geschichte der Region und Dr. Anja Belemann-Smit, Leiterin der Bibliothek des Mariengymnasiums, laden am Mittwoch, 30. September, zum Fritz-Levy-Kaleidoskop ein.

„Wohl kaum ein anderer Einwohner Jevers hat einen solchen Nachruhm entfaltet: Levy ist Gegenstand eines Romans, Kurzgeschichten, eines preisgekrönten Dokumentarfilms, Rundfunk- und Fernsehsendungen, ungezählter Zeitungsartikel und kontroverser Gespräche. Fast jeder hat ein anderes Bild von ihm“, weiß Regionalhistoriker Hartmut Peters.

Das Levy-Kaleidoskop

beginnt am Mittwoch, 30. September, um 19.30 Uhr in der Aula des Mariengymnasiums an der Terrasse 3. Der Eintritt ist frei, um Spenden für das Gröschler-Haus wird gebeten. Den Abend gestalten die Musiker Iko Andrae und Eckhard Harjes sowie Hartmut Peters.

Doch häufig werde Fritz Levy (5. Mai 1901 bis 25. Oktober 1982) – der „letzte Jude Jevers“ – als Opfer dargestellt. „Wir möchten deshalb einen Blick auf Fritz Levy als handelnde Person werfen“, sagt Peters. Deshalb heißt der Abend auch „Kaleidoskop“: Ein Kaleidoskop ist ein Rohr, das durch Drehen immer wieder neue Mosaikbilder erzeugt. Das „Fritz-Levy-Kaleidoskop“ zeigt den Kauz, den aggressiven Störenfried, die heilsame Zumutung, den originellen Denker, das lebende Mahnmal gegen die Naziverbrechen, das Opfer einer antisemitischen und spießigen Kleinstadt, den lesenswerten Schriftsteller, den bemitleidenswerten Menschen. Und das Kaleidoskop zeigt, wie Levy selbst sein Bild mitgeschaffen hat.

Hartmut Peters arbeitet seit einiger Zeit mit Unterstützung der Nichte Levys an einer Biografie und einer Edition ausgewählter Schriften Levys. Er hat dazu alle verfügbaren Dokumente aus Archiven, dem Nachlass und den vielen Levy-Privat-Archiven zusammengetragen und gibt an dem Abend einen ersten Einblick in die Forschungsergebnisse.

Im Mittelpunkt seines Vortrags stehen die NS-Zeit, der „Rasseschande“-Prozess gegen Fritz Levy 1934, seine legendären Fluchten aus den Gestapo-Gefängnissen, sein Exil und die ersten Jahre nach seiner Rückkehr. Über Tonaufzeichnungen wird zu hören sein, wie Levy seine Remigranten-Zeit in Jever selbst empfunden hat.

Die Musiker Iko Andrae und Eckhard Harjes lernten Levy in den 1970er Jahren kennen, als er den für die Einrichtung eines städtischen Jugendzentrums kämpfenden jungen Leuten zunächst sein Haus zur Verfügung stellte und dann in den Beirat des JZ gewählt wurde. Gleichzeitig engagierten sich Andrae und Harjes im Projekt am Mariengymnasium zur Erforschung der NS-Zeit der Stadt und führten mit Levy Interviews. Als Levy 1982 starb, entstand spontan der erste Song über ihren Freund: „Du bist nicht tot“. Die beiden spielen am Abend weitere Songs über Levys Leben.

Und auch die Zuhörer sind gefragt: Sie sollen sich an das „Phänomen Levy“ erinnern und an dem Abend davon berichten.

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

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