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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Ikebana: Das Universum in einer Vase

20.08.2015

Neuenburg „Für den Laien sieht Ikebana einfach nur harmonisch aus. Doch der Fachmann erkennt die Gesetze, die dahinterstehen“, sagt Beate Ramm. Die 63-Jährige aus Neuenburg unterrichtet die japanische Kunst des Blumengestecks. Sie gibt Kurse an der Volkshochschule Friesland-Wittmund und der Evangelischen Familienbildungsstätte Friesland-Wilhelmshaven. An ihr Haus hat sie in diesem Jahr ein Extra-Zimmer angebaut, mit Sprossenfenstern und Schiebetür – um einen Ort zu haben, der nur ihrer Leidenschaft für die japanische Kunst und Kultur vorbehalten ist.

Die Harmonie zählt

Ikebana fasziniert die Lehrerin schon seit Jahrzehnten. 1978, als sie zwanzig Jahre alt war, ist Beate Ramm nach Japan geflogen. „Das war eines der wichtigsten Erlebnisse in meinem Leben“, sagt sie. Sie sitzt in ihrem Japan-Zimmer, trägt einen Kimono und trinkt Tee aus einer japanischen Tasse. Auf dem kleinen Tisch steht eine kleine Vase mit zwei Blumen und Zweigen. Sieht aus wie zwei Blumen und Zweige, ist aber viel mehr: „Das ist eine Ikebana-Anordnung für die Teezeremonie“, sagt Beate Ramm. „Die Teehäuser in Japan und die Ikebana in den Teehäusern sind sehr sehr schlicht. Denn beim Teetrinken sollen sich die Menschen auf das Gespräch konzentrieren und nichts soll den Geist ablenken.“ Dennoch: Die Blumen in der Vase und die Zweige haben eine besondere Anordnung, nichts ist beim Ikebana dem Zufall überlassen.

Japanische Kunstform

Ikebana ist die japanische Kunst des Blumenarrangierens. Die Pflanzen sollen die kosmische Ordnung und die Natur als den Lebensraum des Menschen darstellen.

Harmonie ist ein wesentlicher Aspekt – es geht gleichermaßen um Ausgeglichenheit wie um Kontraste. Entscheidend sind der lineare Aufbau, die Materialien und die Farben.

Die Anordnung der Pflanzen und der Dekoration ist symbolisch zu verstehen. Die einzelnen Bestandteile der Gestecke stehen für die Erde, den Menschen und den Himmel.

Die Anfänge des Ikebana reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück. Heute ist die Kunst weltweit verbreitet.

„Beim Ikebana geht es um das Gleichgewicht zwischen Himmel, Mensch und Erde“, sagt Beate Ramm und nimmt noch einen Schluck Tee aus der filigran bemalten Tasse. Und es geht um noch mehr: Um die Achtsamkeit gegenüber dem Leben, darum, sich zu konzentrieren und zu schweigen, und darum, das Ganze des Universums in einer Anordnung aus Pflanzen zu sehen. „Der längste Zweig symbolisiert immer den Himmel“, sagt sie. „Ikebana ist eine feinsinnige Darstellung der Natur in einer reduzierten Art. Mit ein paar Pflanzen werden ganze Landschaften dargestellt.“

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Stress hinter sich lassen

Nur einmal war sie in Japan – die zweite Reise, die sie mit Friendship Force geplant hatte, wurde abgesagt, wegen der Atomkatastrophe von Fukush­ima. Doch auch mehr als 35 Jahre nach ihrer Reise nach Japan zehrt sie noch von den Erlebnissen. In ihrem Japan-Zimmer reihen sich Bücher und Bildbände, Figuren, Bilder, Porzellan und Kleinode aneinander. Beim Kulturfest am Hankenhof in Zetel hat sie die japanische Kultur und Ikebana vorgestellt.

„Ikebana kann bis zur Meditation gehen. Wenn ich das mache, dann ist der Stress des Alltags ganz weit weg“, sagt Beate Ramm.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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