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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Klobig und fad – so lautete die Kritik

23.07.2019

Jever – Als 2011 die erste Vater-Kind-Skulptur des geplanten Rundgangs „Bewegte Figuren“ auf den Famila-Kreisel gehievt wurde, sorgte sie nicht nur für Begeisterung: Die 3,30 Meter hohen Betonskulpturen zeigen einen Vater, der suchend Richtung Schortens blickt, während das Kind an seiner Hand ihn Richtung Innenstadt Jevers zieht. „Komm“ ist Titel der Gruppe, die den Auftakt eines ganzen Skulpturen-Rundgangs quasi als Jever-Führung bildet.

Doch nach jedem Schaden an einer der Figuren – zweimal gab es bereits mutwillige Zerstörungen – wich die Empörung über die Skulpturen an sich der Empörung über die Randale. „Die Jeveraner haben sich an die Figurengruppen gewöhnt. Sie sind ein beliebtes Fotomotiv geworden“, weiß Mike Müller von der Stadtverwaltung, der das Projekt Skulpturen-Rundgang von Anfang an von Verwaltungsseite aus betreut hat.

Die beiden Figuren am Alten Markt, der „Rufer“ und der „Lauscher“, waren schnell durch Verschönerungsaktionen integriert worden: Sie wurden mehrmals behäkelt und bestickt, trugen im Winter Weihnachtsmann- und Pudelmützen samt Schal oder auch mal ein Fußballtrikot.

Doch bis dahin hatte es mehrere Jahre lang Debatten gegeben über die Skulpturen, die der Wangerländer Künstler Andreas Reiberg entworfen und der Friedeburger Künstler Stephan Schmidt aus Beton mit Stahl modelliert hat.

2010 hatte der Stadtrat dem Projekt mehrheitlich zugestimmt, in der Bevölkerung gab es dagegen neben Zustimmung auch große Vorbehalte – vor allem mit Blick auf die Frage, ob die stilisierten Betonskulpturen zur kleinteiligen Altstadt-Architektur passen. Unfertig, klobig, farblich fad – das waren damals einige Attribute, die Jeveranern für die Skulpturen einfielen. „Von weitem sehen die Figuren besser aus als aus der Nähe“, meinte eine Passantin damals gegenüber der NWZ: „Das passt nicht wirklich hierher“, sagte sie.

Kurz bevor die dritte Gruppe dann 2014 an der Pferdegraft stand, griff auch die Politik die Debatte nochmals auf: SWG und FDP im Rat forderten erneut eine Bürgerbefragung. Die Bürgerinnen und Bürger sollten ihre Meinung dazu äußern, „wie ,ihre gute Stube‘ möbliert wird“. Denn die Innenstadt sei ein sehr sensibler Bereich, argumentierte damals die SWG: „Sie sollte nicht mit Figuren überfrachtet werden.“

SWG und FDP hatten auch schon 2009/10, als der Skulpturen-Rundgang durch die Ratsgremien ging, für eine Bürgerbefragung plädiert – sie waren gescheitert.

Als Standorte für weitere Skulpturen waren die Ecke Neue Straße/Kattrepel, die Kreuzung Schlachtstraße/Von-Thünen-Ufer/Wangerstraße, die Ecke St. Annenstraße/Lindenbaumstraße, der Kirchplatz, Schlossstraße und Schlachte im Gespräch.

Doch nach Aufstellen der dritten Skulptur kündigte Bürgermeister Jan Edo Albers eine Schaffenspause an – „damit die Skulpturen nicht mehr ganz so emotional betrachtet werden“. „Eine rege Auseinandersetzung mit den Skulpturen ist sicher auch im Sinne der Künstler, aber die Diskussion ließ stellenweise Respekt gegenüber den Beteiligten vermissen“, sagte Albers bei der Enthüllung der Gruppe an der Graft.

Eine humorige Sicht auf die Betonfiguren vertrat damals Jevers ehemaliger Stadtdirektor Ingo Hashagen: Er nannte die Gruppe „Komm“ auf dem Kreisel „wunderbar“. Und er befand: „Auch die Gruppe am Alten Markt würde sich an einem der Ortseingänge gut machen.“ Der rufende Vater und das lauschende Kind könnten im Gewerbegebiet vor dem Baumarkt und dem Schnellrestaurant stehen – „der Vater ruft, wir kaufen eine Bohrmaschine, der Sohn antwortet, nö, ich will einen Burger“.

Die geplante vierte Figurengruppe, für die auch noch Geld vorhanden ist, sollte ursprünglich auf einer Bank am Kirchplatz sitzend ausgeführt werden. Sie wartet noch auf Verwirklichung.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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