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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Den Naturgewalten ausgesetzt

08.02.2017

Spiekeroog /Wangerooge Noch ist die Zeit der Sturmfluten an der Nordseeküste nicht vorbei – doch das Ensemble „das letzte Kleinod“ (Schiffdorf) hat bereits die Sturmflut-Saison 2017/18 im Blick: Ab November wird die freie Künstlergruppe mit dem Theaterprojekt „Sturmflut“ an der Küste auftreten.

Hintergrund ist der Sturm im Dezember 2016: Vier Container mit Bauholz wurden vom Deck eines havarierten Schiffs gerissen und am Strand von Spiekeroog angeschwemmt. Auch auf Wangerooge wurden Bauholz-Container angespült – die Klärung der Zuständigkeiten und die Entsorgung der zertrümmerten Container hatten sich auf beiden Inseln hingezogen.

das letzte Kleinod

Die Gruppe „das letzte Kleinod“ hat sich auf Dokumentartheater spezialisiert: Im Winter 2015 feierte die Gruppe mit ihrem Stück „Fliegeralarm“ in Wilhelmshavener Bunkern Erfolge. Regisseur und Autor Jens-Erwin Siemssen hatte Erinnerungen von Zeitzeugen an die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg in Szene gesetzt. In Wilhelmshaven waren fast alle Vorstellungen ausverkauft.

Mehr Infos unter

www.das-letzte-kleinod.de

Auf die Idee, diese Geschehnisse in einem neuen Stück zu verarbeiten, kam die Gruppe, weil sie ohnehin vorhatte, ein weiteres Dokumentartheaterstück über Spiekeroog zu machen: Nach dem Erfolg von „Armada“ im Herbst 2015, bei dem es um die legendäre, 1588 zerstörte spanische Flotte und ihre Überreste auf den Ostfriesischen Inseln ging, stand fest, dass die Inseln interessante Themen bieten, erläutert Produzentin und Dramaturgin Zindi Hausmann.

„Wir wollten erneut ein historisches Thema aufgreifen – und bei Gesprächen mit Spiekeroogern haben wir festgestellt, dass kaum ein anderes Ereignis so prägend ist wie die Sturmflut von 1962“, sagt Zindi Hausmann: „Es geht um das Gefühl des Ausgeliefertseins an die Naturgewalten.“

Und dann kam die Dezember-Sturmflut 2016 – und lieferte dem Theaterprojekt den perfekten Brückenschlag zwischen früher und heute. „Wir waren im Januar bereits auf Spiekeroog, um Interviews zu führen – und zwar mit alten Insulanern, die sich an die Sturmflut 1962 erinnern. Dabei haben wir auch die Geschehnisse um die Holzcontainer aufgearbeitet“, berichtet Hausmann.

Wie war das früher mit Strandgut? Was hatten Zoll und der Strandvogt für Rechte und Möglichkeiten? Wie ist das heute? Das sind Fragen, die in „Sturmflut“ aufgegriffen werden. „Früher hat kein Stück angeschwemmtes Holz die Insel verlassen – das war ein großer Fang“, hat Zindi Hausmann erfahren. Und heute: Da wurde alles abgeborgen – außer dem, was etwa auf Wangerooge per Bollerwagen gesichert wurde.

Das Strandgut soll auf Spiekeroog auch als Bühnenbild dienen: „Reederei und Zoll haben uns zugesagt, dass wir einen Teil des Holzes nutzen können. Wir haben deshalb einiges gesichert“, sagt Hausmann. Kurz hatte die Gruppe sogar überlegt, ob sie nicht in einem Container spielen soll. „Aber das ist schwierig, weil wir ja im Winter spielen werden – da ist es draußen einfach zu kalt.“

Im November, wenn die nächste Sturmflut-Saison begonnen hat, wird das Dokumentartheater auf Spiekeroog Premiere feiern. Bis Februar 2018 gibt es dann weitere Aufführungen in Bremervörde, Bremerhaven, Bad Bederkesa und Geestenseth.

In Wilhelmshaven wird „Sturmflut“ leider nicht zu sehen sein. Stattdessen zeigt „das letzte Kleinod“ dort im Frühsommer das Stück „Meteor“ über die erste deutsche Atlantikexpedition in den Jahren 1925/27.

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

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