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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Duo entführt in Welt der leisen Töne

02.11.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T19:40:43Z 280 158

Konzert:
Duo entführt in Welt der leisen Töne

Neuenburg Es gibt fantastische Gitarristen, es gibt begnadete Gitarristen – und es gibt die Gitarristen der Gothenburg Combo. Thomas Hansy und David Hansson aus Göteburg, Schweden sind sowohl fantastisch als auch begnadet, aber noch mehr: Sie lieben ihre Musik nicht nur – sie leben sie. Wenn sie spielen, wird die Kluft zwischen Spieler und Musikinstrument aufgehoben. Sie verschmelzen zu einer Einheit, zu einem Körper. Ihre ausgeprägte Mimik verrät ihr inneres Engagement, sie sind überdies bis auf die Millisekunde aufeinander eingestimmt. Zum Auftakt der 16. Neuenburger Gitarrentage entführten sie ihre Zuhörer in der Schlosskapelle in eine Welt des Klangs der leisen – fast schon zärtlichen Töne, um dann gleich darauf mit leidenschaftlichem Temperament ihren Gitarren alles abzuverlangen. Sie klopfen, trommeln, nutzen den Gitarrenkörper als Klangraum und zupfen die Saiten mit einer Geschwindigkeit, die die Fähigkeit des Auges, einzelne Bewegungen wahrzunehmen, übersteigt. Das Ohr übernimmt die Führung (wie es sich in einem Konzert auch gehört) und dieses meldet dem Gehirn: Achtung, hier passiert etwas Großes.

Ob bei den klassischen Stücken wie von Debussy oder bei schwedischen Volksliedern, die vor dem geistigen Auge die nordischen Wälder vorbeiziehen ließen; die beiden studierten Musiker traten stets auch miteinander in einen Dialog – in der Sprache der Töne. Aber sie zeigten auch Humor und berichteten in fließendem Deutsch und manchmal auch Englisch von ihren Welttourneen nach Südamerika oder China. Diese inspirierten sie zu eigenen Kompositionen über die sieben Kontinente. In Neuenburg vorgestellt haben sie Australien und Südamerika. Letzteres beeinflusst von einem Erlebnis in Peru, wo sie mit hohem Fieber ein Erdbeben erlebten und meinten das Weltenende sei nahe. Und sie können auch fetzig. Beim Tribute an Michael Jackson entfesseln sie einen Moonwalk auf der Gitarre, da blieb kein Bein in der Kapelle ruhig.

Gitarrenbauer Holger Harms-Bartholdy, gemeinsam mit Zetels Kulturkoordinator Iko Chmielewski Initiator der Gitarrentage, hatte die beiden zu Beginn des Konzert als „bestes Gitarrenduo überhaupt“ angekündigt. Wer da noch Zweifel hegte, wusste zum Schluss: Harms-Bartholdy neigt nicht zu Übertreibungen. Weitere Konzerte im Rahmen der Neuenburger Gitarrentage sind am Freitag mit Adam Rafferty (Fingerstyle) aus New York (20 Uhr, Friesenscheune) und am Sonnabend mit Caterina Lichtenberg und Mike Marshall (20 Uhr, Schlosskapelle).