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Kultur: Eifersucht im Licht der Abendsonne

04.07.2014

Dangast Musik von Ludwig van Beethoven und eine Novelle des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi standen standen am Mittwochabend im Kurhaus Dangast beim Gezeiten-Konzert im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Anstiftung zum Mord“ trugen Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse aus der Novelle vor, während die Pianistin Lilit Grigoryan und die Violinistin Liya Petrova die Kriminalhandlung mit zahlreichen kleinen Kostproben ergänzten.

Die Kreutzer-Sonate von Ludwig van Beethoven spielt in einer Novelle von Leo Tolstoi eine wichtige Rolle. Die gleichnamige Erzählung Tolstois entstand 1887-89, mehr als 80 Jahre nach Beethovens Komposition. Es geht in der Tolstoi-Novelle um Moralvorstellungen, um Beziehungen und Eifersucht. Während einer Eisenbahnfahrt kreist das Gespräch um Partnerschaft und Ehe, um Moral. Einer Fahrgäste gibt unumwunden zu, seine Frau ermordet zu haben, während sie mit mit einem (vermeintlichen) Nebenbuhler eben die Kreutzer-Sonate aufführte (die der Novelle ihren Namen gab). Die beiden Vortragenden meisterten die Vielschichtigkeit der literarischen Vorlage in beeindruckender Weise. Die tragische Zwangsläufigkeit der Gewalttat und das Scheitern der Beziehung zwischen Posdnyshew, dem Mörder, und seiner Ehefrau, arbeiteten sie in ihrer Textauswahl hervorragend heraus. Was am Anfang noch Beiwerk zwischen kurzen und längeren Textpassagen war – die Musik, trat nach dem Vortrag in den Vordergrund.

Die beiden herausragenden Instrumentalistinnen führten die Kreutzer-Sonate noch einmal komplett vor, nach den Sätzen mit großem (und verdientem) Applaus bedacht vom Publikum im Kurhaus, das wieder einmal als kulturelles Vielzweckgebäude eine eigene Rolle spielte: Während des Vortrags, als Eifersucht und Leidenschaft den Gattinnen-Mörder übermannen, noch in vollem Licht der Abendsonne, wurde das Licht fahler, je mehr sich die Erzählhandlung dem tragischen Ende näherte. So konnten die zahlreichen Zuhörer neben Musik und Literatur noch die Naturschönheit und Aura des Vortragsortes genießen.

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