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NWZonline.de Region Friesland Kultur

„Ein Ei muss nicht österlich sein“

04.04.2012

ZETEL „Die Besucher erwarten Blumen und Vögelchen. Dann stehen sie vor meinem Tisch und sind erstmal sprachlos.“ Das erlebt die Zetelerin Ute Eismann immer wieder, zuletzt bei einer Ausstellung am Palmsonntag in Braunschweig, bei der Klosterkirche Riddagshausen, von der sie am Montag zurückgekehrt ist. Auf dem dortigen „Eiermarkt“ mit bemalten Eiern, Schmuck und Kunsthandwerk zum Osterfest präsentierte sie ihre kunstvoll gestalteten Werke – und versetzte so manchen ins Staunen.

Zwar hat auch Ute Eismann einige Eier mit Vögeln, Schmetterlingen und ähnlichen, frühlingshaften Motiven bemalt, doch zählen diese eher zur Ausnahme. Sie greift mit ihrer Malerei ganze Themen auf, nimmt sich fernen Kulturen an oder auch einzelnen, weiblichen Persönlichkeiten – und bringt diese jeweils kunstvoll auf eine Eierschale. „Ein Ei muss nicht unbedingt österlich sein“, davon ist die 70-Jährige überzeugt.

Schon seit 1980

Die Idee, Eier kunstvoll zu bemalen, entwickelte sie schon im Jahr 1980 gemeinsam mit einer Freundin. Damals widerstrebte es beiden, dass es viele Watte- oder Plastikeier als Osterschmuck gab. „Es gibt so schöne Naturprodukte, warum werden die nicht genutzt?“, fragten sie sich. Schon im selben Jahr bemalte Ute Eismann ein Ei zum Weltgebetstag, Thema Thailand: Freiheit verantworten. Seither gestaltet sie jedes Jahr mindestens zwei Eier zum jeweiligen Motto des Weltgebetstags: Eines für eine Gemeinde in Schleswig-Holstein, eines für sich selbst. Ihre Maltechnik hat sich stetig verbessert: „Meine Motive sind mittlerweile eine ureigene Interpretation des jeweiligen Themas, das vorgegeben ist“.

Vor allem Naturvölker, deren Kulturen durch allgemeine Globalisierung an den Rand gedrängt werden, haben es ihr angetan. So weisen einige Eier indianische Grafiken in schwarz/weiß auf, andere Indio-Malerei oder auch Motive der Inuit. Wieder andere befassen sich mit afrikanischen Kulturen, sind in ihren Mustern und Abbildungen „sehr einfach, dabei sehr eindrücklich“, betont sie. Dann gibt es getüpfelte Motive, im Stil der australischen Ureinwohner, der Aborigines. Weitere zeigen Höhlenmalerei der Maori in Neuseeland auf.

Wichtig sind Ute Eismann auch die Frauenmotive: „Diese Eier erzählt je ein wahres Schicksal einer Frau, die etwas Besonderes getan hat“, erklärt sie, „so wie das der Dorothea Erxleben (1715 bis 1762), der ersten promovierten deutschen Ärztin.

Meist sind es die Eier von Nandus, Gänsen oder Schwänen, die sie als Rohprodukt erwirbt, einige auch vom Strauß. Diese großen Exemplare besitzen jedoch eine grobkörnige Oberfläche und bedürfen viel Vorarbeit, um bemalt werden zu können.

Für ihre Arbeit zeichnet sich Ute Eismann Muster auf die Schale auf, nur selten skizziert sie etwas auf Papier vor. „Manchmal weiß ich absolut nicht, was beim Malen herauskommt, das entwickelt sich dann.“ Stets kann sie nur einen Teil bemalen, bedingt durch die Eiform. Sie arbeitet sie mit wasserlöslichen Farben aller Art, Acryl- und beispielsweise Chinafarben. Einige gestaltet sie auch plastisch – mit Wachs als Schutz und Essigessenz zum Ätzen.

Aufwendige Motive

Ein Ei mit Schmetterlings- oder Vogelmotiv stellt sie in zwei Stunden fertig, für andere Motive wie kirchliche aus dem „Book of kells“, das die vier Evangelien enthält, benötigt sie schon mehrere Tage. Wie viele Eier sie mittlerweile schon bemalt hat, kann Ute Eismann gar nicht sagen. Ihre Vitrinen sind gefüllt, und etliche Exemplare hat sie auch verkauft (Preis: von 8 bis 160 Euro). „Ich könnte das ganze Jahr über malen – doch eine schöpferische Pause tut auch mal ganz gut.“

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.nwzonline.de/nwztv

Anke Wöbken Varel / Redaktion Friesland
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