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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Theater: Ein „Schlock“ macht die „Schöler“ wild

20.03.2017

Varel Es ist schon etwas kurios. Bevor das Stück anfängt weiß der Zuschauer, wie es ausgeht. Wie beim Kinofilm Titanic. Das Ende ist bekannt: Das Schiff versinkt. Ebenso ist es beim Theaterstück „De Flederbeerpunsch“, mit dem die Niederdeutsche Bühne Varel am Freitagabend eine erfolgreiche Premiere gefeiert hat.

Die Personen, die Geschichte und der Witz der Adaption des Pennäler-Klassikers „Die Feuerzangenbowle“ sind durch den Roman von Heinrich Spoerl aus dem Jahr 1933 und vor allem den Schwarz-Weiß-Film von 1944 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle berühmt. Doch genau das ist das Reizvolle an dem Stück, das bis zum 9. April noch neunmal im Vareler Tivoli aufgeführt wird.

Gespannt und unvoreingenommen – getreu nach dem Motto „Da stelle mer uns mal janz dumm“ von Lehrer Bömmel (vorzüglich im kölschen Dialekt gespielt von Guido Franz) – wartet der Zuschauer auf die Streiche der Klasse um Hinrich Mommsen (mit drei „M“), den Klaus Decker sehr variantenreich darstellt. Einer der Höhepunkte: Das Gesangsduett mit Caroline Theilen, die in der Rolle der Musiklehrerin Maren Kruse glänzt.

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Ein Leckerbissen, auf den vor allem das „Fachpublikum“ sehnlichst wartet, ist die Szene „Alkoholische Gärung“. Dabei schenkt Professor Kreih einen „Schlock“ Selbstgebrannten an die „Schöler“ aus, die dem Lehrer danach mit gespielter, tiefster Betrunkenheit an den Rande der Verzweiflung bringen. Harald Kaminski verkörpert den strengen aber im Herzen grundgütigen Professor mit antikem Bart und Monokel originalgetreu und verblüfft vor allem mit dem gestochen scharfen, unverwechselbarem Slang, dem langgezogenen „öööö“.

Die Mitwirkende am Lesenachmittag im Vareler Heimatmuseum (von links): Rainer Urban, Edith Iden, Ingrid Köhler, Norbert Buchtmann, Dieter Schwärmer, Helma Conrads und Hans-Georg Buchtmann BILD: Gösta Berwing

Plattdütsch Wekenenn mit zwei Lesungen fortgesetzt

Nach der Premiere des Stücks „De Flederbeerpunsch“ hat die Niederdeutsche Bühne Varel erstmals zur Verlängerung des „plattdütsch Wekenenn“ ins Heimatmuseum eingeladen. Die Schauspieler Helma Conrads, Ingrid Köhler und Norbert Buchtmann lasen dort Stücke der drei Vareler Schriftsteller Gerd Lüpke, Edmund Wilkens und Georg Ruseler vor.

Unter den Zuhörern war auch Helga Pförtner. In ihrem Elternhaus wurde mit den Kindern Hochdeutsch gesprochen: „Platt war damals verpönt.“ An diese Zeit erinnert sich auch Talea Emmrich: „Damals war es nicht chic, Plattdeutsch zu sprechen. Das hat sich glücklicherweise wieder gelegt.“ Elfriede Köhler freute sich, „mal wieder Platt in Wort und Gesang zu hören“.

Obwohl die Geschichte schon alt ist, ist „De Flederbeerpunsch“ ein junges Stück. Das liegt an den vielen Nachwuchsschauspielern. Frisch, fromm, fröhlich und frei bringen besonders die „Schöler“ Jannik Schnitger (als Wolfgang Lock), Marvin Brunn (Rudi Knevel) und Juliane Eberhard (Ross) Pep rein.

Das Stück bietet aber mehr als nur die Geschichte. Regisseurin Elke Theesfeld legte viel Wert darauf, die Authentizität der 30er Jahre herzustellen. Das detailgetreue Bühnenbild mit Möbeln aus dem Schulmuseum Bohlenbergerfeld sowie die individuell geschneiderten Kostümen in der damaligen Mode nehmen die Gäste mit auf eine Zeitreise. Mehr noch: Das Publikum wird Teil der Aufführung. Nicht nur, weil sie während einer „Schulinspektion“ von adretten Herren im Frack und Zylinder zu Statisten werden.

So gibt es während des Stücks auf der Bühne viel zu entdecken. Und selbst die Umbaupausen zwischen den insgesamt 14 Bildern werden zu einem Erlebnis. Das augenscheinliche heillose Durcheinander beim Schleppen der Requisiten, Tische und Stühle vor dem Vorhang folgt einer Choreographie, die mindestens so akribisch einstudiert wurde, wie die Dialoge. Genauso stellt man sich die Antwort auf die Bömmelsche Frage „Wat is en Dampfmaschin?“ vor.


Mehr Bilder vom Stück unter   www.nwzonline.de/friesland/fotos 
Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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