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Aktualisiert vor 23 Minuten.

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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Enkelin und Oma miteinander verfilzt

15.06.2017

Neuenburg Weiße, schwarze und braune Schafwolle in drei Schattierungen. Mehr braucht Sandra Germann nicht für das Porträt von ihrer Tochter und ihrer Schwiegermutter. Sie legt das Vlies großflächig und lose aus, zupft und schneidet, kombiniert verschiedene Fasern in unterschiedlichen Farbschattierungen und gestaltet Haare, Augenschatten, Falten und Pupillen. Nach der filigranen künstlerischen Arbeit ist Muskelkraft gefragt. Die Künstlerin wird die Wollschichten mit Seife und fünf bis zehn Liter Wasser umspülen, mit einer Plastikfolie bedecken und vier Stunden lang reiben, kneten und rollen. Anschließend ist das Porträt verfilzt und um etwa ein Drittel geschrumpft.

So wird aus Wolle ein Kunstwerk

Von acht bis zehn Pfund Wolle wird ein Schaf einmal im Jahr bei der Schafschur befreit. Anschließend wird die Wolle schonend gewaschen und gekämmt.

Sandra Struck-Germann verwendet die Wolle des süddeutschen Merinoschafes, das weiße und braune Wolle in drei Schattierungen liefert. Einen Teil der Wolle färbt sie schwarz.

Für ihre fotorealistischen Filzporträts dienen Fotos als Vorlage, die sie am Computer auf die fünf Farben der Schafwolle reduziert. Mit dieser Foto-Vorlage im DINA-4-Format gestaltet sie Schicht für Schicht die Gesichter aus verschiedenfarbiger Schafwolle.

Mit Seife und viel Wasser wird das mehrlagige Filzobjekt anschließend begossen und mit einer Folie versehen. Etwa vier Stunden lang reibt, rollt und knetet die Künstlerin die Wollschichten, bis sie verfilzt und auf etwa Zweidrittel reduziert sind.

Sandra Germannn ist eine von fünf Frauen, die in dieser Woche im Vereenshuus Neuenburg bei der Kunstwoche zum Thema „Filz“ arbeiten. Die Düsseldorferin hat vor Jahren Farben und Pinsel gegen Wolle, Wasser und Seife getauscht und sich als Filzkünstlerin international einen Namen gemacht.

Ihr in Neuenburg entstandenes Doppelporträt sowie weitere ihrer Arbeiten sind am Wochenende bei der Abschlusspräsentation im Vereenshuus an der Urwaldstraße zu sehen. Am Samstag, 17. Juni, beginnt die Präsentation um 17.30 Uhr und am Sonntag, 18. Juni, um 14.30 Uhr.

Gespannt sein dürfen die Besucher auch auf die Arbeiten der anderen vier Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland, die das Thema „Filz“ auf ganz unterschiedliche Art und Weise bearbeiten.

Wolle der Moorschafe aus Spolsen wird Konni Ssawt-Mollwitz zu einer Wandinstallation verarbeiten. Ihr liegt es am Herzen, mit ihrer Kunst auf gefährdete Rassen hinzuweisen. Moorschäfer Peter Schein hatte ihr im Frühjahr ein frisch geschorenes Vlies eines Moorschafes geschenkt.

Dreidimensional geht es in den Arbeiten der Therapeutin Ricarda Aßmann zu. Sie kombiniert Filz mit alten Stoffen, die für sie eine besondere Bedeutung haben, und verarbeitet sie zu einem Erinnerungsstück, einem „Familienherz-Projekt“.

Planerisch und abstrakt geht Andrea Noeske-Porada an das Thema „Filz“ heran. Sie erarbeitet einen „Ikosaeder“, ein Objekt mit 20 vollkommen gleichen Filzdreiecken.

Teppichfliesen aus Filz verarbeitet Elke Hennen während der Kunstwoche zu einem Objekt, das am Körper getragen werden kann. Bei den Abschlusspräsentationen am Wochenende wird sie ihr Objekt in einer Performance zum Leben erwecken.

Viele Bürger können es nicht abwarten und schauen schon in der Woche im Vereenshuus vorbei, freut sich Wolfgang André von den Bahnern, dem Veranstalter der Kunstwoche, über das große Interesse am Thema „Filz“.

Auch bei den Schulen ist das Interesse riesig, 300 Grundschulkinder filzen in der Kunstwoche mit Gerald Chmielewski und Kalle Proll Hüte und kleine Bilder.


Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Video

Traute Börjes-Meinardus
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2502

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