• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

BRAUCHTUM: Flegel wechselt den Besitzer

16.03.2009

HORUM „Flegelbeer is Mannslüüsak!“ An dieser alten Tradition will auch der neue Flegelbaas Rainer Eiben von „Eintracht Wadd'ward'n'“ – wie es auf platt heißt – nichts ändern. Zum 129. Flegelbeerfest konnte er am Sonnabend die Chöre aus „Clin'siel, Hohn'kark'n, Hor'mersiel und Sill'nstäe“ in der alten Molkerei in Horum begrüßen. Das Fest beruht auf der Tradition alter Erntefeste in Zeiten, als das Getreide noch mit dem Dreschflegel von Hand gedroschen werden musste.

„Wi kamt tosam un wi verstaat uns. All wat wi uns vertellt, müt nich wahr sin, künnt aber wahr sin.“ Bei diesem Motto wird dann auch verständlich, warum die Sänger auch heute noch an der Tradition festhalten, keine Frauen zu ihrem Fest zuzulassen. Mancher Witz, den Rainer Eiben zum Besten gab, wäre in Anwesenheit von Damen sicher etwas weniger deftig ausgefallen.

Und zwischendurch heißt es immer wieder: „Drinken Laaten.“ Mit kräftigen Schlägen auf das Fass fordert Eiben die 200 Sänger im Saal auf, gemeinsam einen ordentlichen Schluck aus dem Glas zu nehmen. Dann marschiert der Chor aus Sill'nstäe feierlich mit dem Flegel ein, um die Insignien dem neuen Flegelbaas zu überreichen. Nach genauer Überprüfung des Flegels auf seine Unversehrtheit kann das Fest seinen ordnungsgemäßen Verlauf nehmen.

Jeder der Chöre trägt einen Ausschnitt seines Repertoires vor und gemeinsam singen alle 200 Sänger stimmgewaltig die Lieder der Region. Die „Nordseewellen“, „Dat Freesenleed“, „Min Jeverland“, „Dat Fleegelbeerleed“ und viele weitere traditionelle Weisen schallen lautstark durch den Saal. Darüber hinaus geben die Chöre einzeln Lieder zum Besten: „Im Krug zum grünen Kranze“, „Windjammer“ und „Ein frisches Bier – eine junge Deern“ sind nur einige Beispiele.

Auch das aktuelle Geschehen in den Gemeinden der Chöre wird aufs Korn genommen. Vom 750-jährigen Bestehen der Sillensteder Kirche und dem dortigen Mittelaltermarkt bis zur neuen Geschäftsführerin der Wangerland Touristik GmbH (die als Frau vorerst nicht mit einer Einladung zum Flegelbeer rechnen kann) reichten die Spitzen und Anekdoten der Sänger. Insgesamt galt: „Un dortüschn willt wi uns Bruukdoom düchtig pflegen un över all dat snacken, woröber wi Manslü to Huus nix to seggen hebbt.“

Mehr Bilder im Internet unter www.NWZonline.de/

fotogalerie-friesland

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.