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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Vortrag: Frauen zu den Folgen des Krieges

08.03.2014

Zetel Den Internationalen Frauentag bezeichnete Zetels Gleichstellungsbeauftragte Rita Wilksen als „Tag aller Frauen in der ganzen Welt“. 45 Frauen konnte sie am Freitagmorgen zum Frühstück im Mehrgenerationenhaus begrüßen und dort ging es nicht nur um den gemütlichen Klönschnack, sondern auch um ein ernstes Thema. Buchautorin Theresia Maria de Jong sprach über Töchter der Nachkriegsmütter und löste damit viele Erinnerungen aus. „Viele Frauen mussten nach dem Krieg die Verantwortung für die Familie übernehmen und schwere Arbeit leisten“, sagte sie. Jeder Krieg hinterlasse Spuren, nicht nur die sichtbaren, auch unsichtbare. Die Uni Leipzig ermittelte, dass 12 Prozent der über 60-Jährigen an einer Post-Traumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden. Das gehe einher mit einem dreifach erhöhten Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Bronchitis oder Schlaganfall zu erkranken. „Es ist aber nicht nur die Generation, die den Krieg selbst erlebt hat, sondern auch die Kinder der Kriegskinder können an verschiedenen Traumata leiden. Sie haben als Kinder traumatisierter Eltern vieles aufgeschnappt, was zwar häufig nicht ausgesprochen wurde, aber trotzdem wirkte“, erklärte die Autorin.

Um überleben zu können, habe die Kriegsgeneration viele Gefühle ausgeschaltet. Die heimgekehrten Männer seien von den Schlachtfeldern bis ins Mark erschüttert, die Frauen hätten sich allein durchschlagen müssen, hätten die Kinder versorgt und seien in den letzten Kriegsmonaten durch die Besatzungssoldaten vergewaltigt worden. Verlässliche Zahlen seien hier schwer zu bekommen, aber man schätze, dass in Deutschland mindestens zwei Millionen Frauen dieses Schicksal erlebt haben. „Sie mussten allein damit zurecht kommen. Darüber wurde nicht gesprochen“, erklärte de Jong. All dies habe in vielen Familien zu einer Atmosphäre der Sprachlosigkeit, Scham, Schuld und der unterdrückten Gefühle geführt.

„Die Töchter der 3. Generation (Geburtsjahrgänge 50, 60 frühe 70er) wissen oft gar nicht, was sie alles von ihren Eltern tragen“, betonte die Autorin. Sie hätten den Krieg aus 2. Hand erlebt und würden trotzdem an den Folgen leiden. Eine Arbeitsgruppe mit Brigitte Kückens, Rita Wilksen, Nantke Imken und Theresia de Jong bereitet derzeit eine Veranstaltungsreihe zu dem Themenbereich vor. Im Anschluss an den Vortrag entwickelten sich viele Gespräche.

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