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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Weltmeisterschaft: Gödens’ Ausrufer will Weltmeister werden

18.06.2014

Sande Von Lampenfieber ist noch nichts zu spüren. „Das kommt später, kurz vor dem Flug vielleicht“, sagt Hinrich Janßen. Jetzt überwiege erst einmal die Vorfreude. Der Ausrufer von Neustadtgödens bereitet sich gerade mit seinem Eskort, dem Nachtwächter Werner Kleinschmidt, auf die Weltmeisterschaft der Ausrufer vom 18. bis 23. August im englischen Chester vor.

Die Anforderungen sind hoch. Hinrich Janßen und Werner Kleinschmidt – beide sind ausgebildete Gästeführer – ist wichtig, dass die Gewänder den historischen Vorlagen entsprechen oder zumindest daran angelehnt sind. Es gibt Unterlagen aus dem Jahr 1659, die von zwei Nachtwächtern in Neustadtgödens berichten, einer davon hatte sich tagsüber als Ausrufer betätigt. Was die Nachtwächter der damaligen Zeit trugen, ist gut belegt.

Beim Ausrufer ist das schwieriger, es gibt keine Belege. Deshalb hatte man 1992, als Hinrich Janßen den Dienst als ehrenamtlicher Ausrufer übernahm, darauf geachtet, eine Uniform zu wählen, die ein historischer Ausrufer vielleicht hätte tragen können: nämlich die des preußischen Musketiers in leuchtendem Blau und Rot. Ein historischer Brustschild weist ihn als „Fleckensdiener Neustadtgödens“ aus.

Werner Kleinschmidt trägt nun unter anderem ein Leinenhemd, einen wollenen Umhang, Wollsocken und einen Hut, alles hat seine Ehefrau Gunda Kleinschmidt als Gewandmeisterin von Hand hergestellt. Und auch die Ausstattung mit Hellebarde, Laterne mit handgezogener Kerze, Horn, Lederbeutel und Glocke sind komplett.

Um den Flug nach Chester unbeschadet zu überstehen und um überhaupt zugelassen zu werden, wurde die Hellebarde als Modell zum Zusammensetzen konstruiert, so kann sie im Koffer Platz finden. Der Begrenzung des Gewichts ist geschuldet, dass sie hohl ist, denn die Kosten sollen so gering wie möglich gehalten werden. Unterstützt werden der Ausrufer und der Nachtwächter übrigens von der Gemeinde Sande und auch vom Landkreis Friesland, es gibt einen Zuschuss von jeweils 250 Euro.

Jetzt kommt es noch darauf an, die drei Ausrufe abzufassen, zu übersetzten und einzuüben. Dabei müssen unterschiedliche Themen berücksichtigt werden, eins davon betrifft den Heimatort. Die Texte dürfen zwischen 100 und 125 Wörter betragen, sie sollen prägnant und unterhaltsam sein und müssen zu mindestens 80 Prozent in englischer Sprache verfasst sein. Das ist jetzt eine Herausforderung. Die will Hinrich Janßen, Gründungsvater und Präsident der deutschen Ausrufergilde und in der Ausrichtung von nationalen Ausrufermeisterschaften geübt, sofort in Angriff nehmen.

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