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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Statt goldener Wasserhähne gibt’s hier ein Plumpsklo

02.12.2017

Gödens Im Schloss auf dem fürstlichen Treppengeländer auf dem Hosenboden in die Schlosshalle herunterrutschen – „natürlich haben wir das als Kinder gemacht“, erzählt Helen Gräfin von Wedel und ihre Besuchergruppe schmunzelt. Kinder sind eben Kinder – auch in einem hochherrschaftlichen Schloss.

Führungen

Weihnachten auf Schloss Gödens ist an diesem Samstag und Sonntag jeweils noch von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Mehr als 100 Aussteller bieten Edles und Exklusives vor allem aus der Welt der Inneneinrichtung, Mode und Kulinarisches. Schlossführungen gehören ebenfalls zum Programm. Helen Gräfin von Wedel führt die Gäste viermal für gut eine Stunde durch das Schloss. Anmeldungen beim Infostand neben der Brücke.

    www.landpartie.com

Und die Kinder oder Besucher des Schlosses hörten nachts auch schon mal Gespenster, wo keine waren. Das unheimliche Rascheln in der Wand entpuppte sich später als Dohlenpaar, das am Mauerwerk ein Nest baute. Und dann war da noch dieser Verwandte: Helen Gräfin von Wedel deutet in einem barocken Gästezimmer auf ein großes unvollendetes Familiengemälde an der Wand. Darauf sind ihre Großeltern in jüngeren Jahren zu sehen, umringt von ihren musizierenden Kindern – ihren Eltern, Onkel und Tanten. Einer von ihnen hatte sich später aus Protest – oder Verzweiflung – über öde Klavierstunden in das Instrument übergeben.

Man kann bei „Weihnachten auf Schloss Gödens“ das festliche Ambiente genießen und sich Anregungen zum Dekorieren oder für den Gabentisch holen, man kann gut und lecker speisen, edle Weine probieren, kleinen Konzerten oder Adventsgeschichten lauschen – oder man nutzt die Veranstaltung einmal dazu, das Schloss und seine Geschichte und Geschichten kennenzulernen und sich einige der insgesamt 32 Zimmer, Salons, Kammern und Gemächer anzusehen, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Das Kupferstichzimmer zum Beispiel, den alten Speisesaal mit seinem großen Kamin, Kronleuchter und uralten Ledertapeten, den „kleinen“ Rauchsalon, in dem die Zigarrenrauchwolken des alten Grafen und seiner Gäste zehn Meter hoch aufsteigen konnten, das Gobelinzimmer mit einem prächtigen Wandbild und dem diskreten Plumpsklo in der Wand. Auch der Adel hatte ganz menschliche Bedürfnisse. Als es noch keine Kanalisation gab, zog man sich hier in ein Kabuff in der Wand zurück.

Helen Gräfin von Wedel ist charmante Gastgeberin und Gästeführerin mit einem unheimlichen Wissenschatz rund um das Schloss und seiner Bewohner. Die Ursprünge reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück, aber erst Harro Burchard von Frydag gab dem Schloss, das in diesem Jahr 500-jähriges Bestehen feierte, im 16. Jahrhundert seine heutige barocke Gestalt. 1746 kam Gödens durch Heirat in den Besitz der Familie von Wedel. 200 Jahre lang lag das Schloss in einer Art Dornröschenschlaf. Die Familie residierte auf der Evenburg bei Leer, Gödens wurde nur als sommerliches Jagdschloss und für Festlichkeiten genutzt und war die meiste Zeit des Jahres unbewohnt.

Erst 1928 entschied der Großvater von Helen Gräfin von Wedel, den Wohnsitz nach Gödens zu verlegen. Nach dem Krieg lebten mit der Grafen-Familie viele Flüchtlinge im Schloss, es wurde sogar gemeinsam Weihnachten gefeiert. Heute wohnen nur die beiden Grafen, Maximilian Graf von Wedel und sein jüngerer Bruder Casimir Graf von Wedel auf dem Schloss – wenn sie nicht beruflich auswärts unterwegs sind. Um das Anwesen mitsamt Park kümmern sich sechs Mitarbeiter.


Sehen Sie ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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