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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Wo die edlen Friesen flanieren

03.12.2018

Gödens Nach der Landpartie ist vor der Landpartie: Marketingleiter Karsten Gleich und das sechsköpfige Veranstaltungsteam stecken schon mitten in den Vorbereitungen der Pfingstlandpartie im Park von Schloss Gödens. „Für die Adventsveranstaltung 2019 sind ebenfalls bereits drei Viertel der Standplätze vergeben“, so Gleich: „Wir vergeben das letzte Viertel erst sehr spät, weil wir dann noch Neuanbieter aufnehmen können.“

Insgesamt haben 18 500 Gäste die am Sonntagabend zu Ende gegangene Landpartie besucht. Mit 6000 Besuchern am Freitag gab es einen Besucherrekord. Die meisten Gäste kommen aus dem friesischen Raum, gefolgt von Besuchern aus dem Gebiet zwischen Ems und Weser bis zum oldenburgischen Münsterland. Rund zehn Prozent reisen aus dem übrigen Bundesgebiet an.

Die Aussteller waren mit dem Umsatz zufrieden. Wenn auch das Wetter keine Wintertemperaturen bescherte, so genossen viele den Glühwein aus dem verwandtschaftlich verbundenen Weingut von Faber-Castell.

Nicht nur Schlemmen und Kaufen gehört zur Gödenser Landpartie, hinzu kommt ein gefälliges Programm mit Lesungen und Musik. Am Samstag und Sonntag waren edle Friesen-Hengste die Hingucker: Ausbilder und Deckstellenleiter Gerald Spekker und Pferdewirtin Nadja Stellmacher stellten mit „Bat“ und „Siebo vom Polderhof“ barocke Reitkunst vor und flanierten mit ihnen über das Ausstellungsgelände. Die Besucher begeisterte das reiterlichen Können und die erhabenen ruhigen Friesenhengste vor einer so festlichen Kulisse.

Der Polderhof des Friesenpferdgestüts Brümmer aus dem ostfriesischen Bunder­hee zeigte die einst höfische Reitkunst auf dem Ehrenhof auf ihren „Schwarzen Perlen“, als ideale Pferde fürs Barockreiten.

Mit dem Niedergang des Adels zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlor auch die Reitkunst an Bedeutung. Mittlerweile hat die Barockreiterei eine „Wiedergeburt“ erlebt: In den Niederlanden gehören die Friesen zum Kulturgut wie Matjes und Eislaufen.

Bereits am Freitag wurden die beiden Pferde auf dem Zuchthof in Bunderhee gewaschen, die Mähnen eingeflochten und die Pferdedecke aufgelegt, damit sie schön glänzend schwarz bleiben. In Gödens haben die beiden Pferde Unterkunft auf dem Hof von Harm Onken. Dort werden sie vorbereitet für den Auftritt – dazu gehört nicht nur das ordentliche Putzen, sondern auch das Entflechten der Mähne. Beim 21-jährigen Zuchthengst „Bath“ ist sie zwei Meter lang.

Seit 2005, von einigen Unterbrechungen abgesehen, erinnert die Vorstellung der Friesenpferde auf Schloss Gödens an die Wiener Hofreitschule. Statt der Lipizzaner – stets Schimmel – reiten Gerald Spekker und Nadja Stellmacher die schwarzen Friesen. Ihre Uniform spiegelt das Zeitalter des Barock wieder mit weißem Hemd, hochgeschlossenen Reitfrack mit versteckter Zuckertasche und einer Lederhose. Charakteristisch für die Barockzeit sind der Zweispitz mit Silberborte, schwarze Stulpenhandschuhe Stulpenstiefel und Schwanenhalssporen. Barockreiten steht für höchste Versammlung, schwierigste Lektionen und klassische Eleganz.

Die Dressur gilt als Gymnastik fürs Pferd mit dem Ziel, Muskeln zu stärken und Losgelassenheit, Gleichgewicht, Gehorsam und Versammlung zu erreichen. „Aus Platzmangel können wir nur einen Ausschnitt aus unserem Programm zeigen“, so die beiden Reiter. Dazu gehören zirzensische Lektionen wie Spanischer Schritt, Piaffen und Passagen.

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