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NWZonline.de Region Friesland Kultur

JUSTIZ: Hafturlaub beunruhigt Familie

18.12.2007

VAREL Die Monate November, Dezember und Januar sind für Kim Kerkows Mutter die schlimmsten im Jahr. Nicht nur weil es ohnehin triste Monate sind – im November jährte sich der Geburtstag des Mädchens aus Varel, das vor fast elf Jahren von dem heute 44-jährigen Rolf Diesterweg ermordet wurde. Kim Kerkow wäre heute 21 Jahre alt. Der Erinnerung an ihren Geburtstag folgen die Adventszeit und das Weihnachtsfest, und kurz darauf der Todestag des Mädchens am 9. Januar, schwere Tage für die Angehörigen.

„Das sind die Monate, in denen es einem schlechter geht. Das geht an die Substanz“, sagt die Mutter von Kim. „Kim ist allgegenwärtig. Sie ist immer mit dabei.“ Vielleicht hätte Kim heute eine Ausbildung begonnen – „ihr Traumberuf war Tierärztin“, sagt Kims Mutter. In diese Gedanken an die ermordete Tochter mischen sich Gedanken an einen möglichen Hafturlaub, den der verurteilte Mörder ihrer Tochter nach zehn Jahren Haftdauer beantragen kann. Eine unerträgliche Vorstellung für die Frau – wie für die gesamte Familie. „Der Gedanke allein – und sei es nur für einen Tag“, schüttelt es sie. „An einem Tag kann viel passieren.“ Auch Kims Großmutter überkommen bei dieser Vorstellungen Beklemmungen: „Ich habe schon wieder Magenschmerzen“, sagt die Großmutter. „Das ist wie am ersten Tag.“ Der „erste Tag“, das war die schreckliche Ungewissheit im Januar 1997, als das Verschwinden der Zehnjährigen in Dangastermoor bekannt wurde. Und dann, noch viel unfassbarer, die Nachricht von Kims Ermordung,

der Fund ihres Leichnams bei Amsterdam.

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In der Folge des Verbrechens gründete sich in Varel die „Initiative Kim“, die sich gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch engagiert. Ihre zweite Vorsitzende, Sabine Beutz-Lütjens aus Varel, bezeichnet die Vorstellung eines Haturlaubs für den verurteuilten Sexualstraftäter Rolf Diesterweg als „Schlag ins Gesicht“. Eine solche Vollzugslockerung dürfe man nicht ruhigen Gewissens genehmigen. „Da hätte ich Angst um alle Kinder. Aufgrund der allgemeinen Diskussion um eine Atmosphäre des Hinsehens“ hoffe sie, dass man bei solchen Entscheidung „richtig hinschaut und die richtigen Entscheidungen trifft. Man mag ja gar nicht darüber nachdenken.“ Kims Mutter denkt schon an den Zeitpunkt, an dem Diesterweg seine vorzeitige Haftentlassung beantragen darf – das wäre in fünf Jahren. Sie hält es für unverantwortlich, Diesterweg vorzeitig aus der Haft zu entlassen. Vollzugslockerungen wären der erste Schritt dazu, fürchtet sie.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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