• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE: Happy-End wird herbeigepflegt

07.02.2005

hinter den kulissen: viele helfer sind engagiert dabei

Hinter, vor und unter der Bühne: Elfriede Liere (Souffleuse), Egon Loop, Jörg Hinrichs (Bühnenbild-Farbgestaltung); Dirk Brumund, Andreas Frerichs, Eckhard Müller-Wehlau, Helmer Penning, Reinhard Schmidt, Bernd Theilen, Ralf Oltmanns (Bühnenbild-Anfertigung); Ralf Oltmanns (Requisite), Hans-Walter Freels, Heiko Iden (Technik), Helga von Eßen, Marion Krichel, Gabi Penning (Maske, Frisuren).

Darsteller: Ulrike Antonissen als Krankenschwester Anni Wilken und Günter Brüntje als Schriftsteller Paul Schelder

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Regie: Helma Conrads, Regieassistenz:Elfriede Liere

Bühnenbild: Egon Loop

Vorlage: Kriminalstück von Simon Moore, niederdeutsch von Jürgen Witt

Aufführungstermine: Dienstag, 8. und 15. Februar; Freitag, 11., 18. und 25. Februar; Sonntag, 13., 20. und 27. Februar jeweils 20 Uhr im „Allee-Hotel, Windallee 21.

Karten: Schreibwaren Müller, Neue Straße 14, Tel. 04451/6222 oder 2500

Informationen auch unter www.buehne-varel.de

Das Zwei-Personen-Stück fesselt das Publikum. Es sieht einen Psychothriller „up platt“.

von hans begerow VAREL - „Psycho up platt“ – geht das? Das geht sogar sehr gut, wie Helma Conrads in ihrer neuen Inszenierung für die Niederdeutsche Bühne Varel zeigt. „Misery“ – ein Zweipersonenstück – lotet Abgründe der menschlichen Seele aus und „sägt“ nebenbei auch ein wenig an den Nerven des Publikums.

Die schauerliche Geschichte verlangt von den beiden Akteuren Ulrike Antonissen und Günter Brüntje ein Höchstmaß an Präsenz: der Nachteil eines Zwei-Personen-Stücks. Und die beiden sind auch in der Lage, das Publikum auf eine mehr als zweistündige Odyssee in Stimmungen, Befindlichkeiten Erkrankungen der Seele mitzunehmen und dabei den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten: die Stärke zweier erfahrener Bühnen-Protagonisten.

„Misery“ ist die Romanfigur des Schriftstellers Paul Schelder, der nach einem Autounfall in die Fänge der psychopathischen Krankenschwester Anni Wilken gerät. In ihrem entlegenen Haus pflegt sie den schwerverletzten Schriftsteller, sediert ihn mit Unmengen an Schmerzmitteln und macht ihn gewissermaßen abhängig von ihr. Die kitschige Figur „Misery“ wiederum ist ihre verklärte Lieblingsgestalt, deren Romantod sie nicht ruhen lässt, bis sie Schelder soweit getrieben hat und er ein neues Romanende erfindet. Bis dahin sind jedoch viele Schmerzpillen nötig.

Ulrike Antonissen weiß die Darstellung der psychisch kranken Pflegerin vielschichtig anzulegen, beklemmend ihre Wutausbrüche, die im raschen Wechsel zwischen Bemutterung und sadistischer Folter geschehen. Naivität, Verschlagenheit und Furcht, Lust am Schmerzzufügen, Depression und Cholerik liegen in dem Charakter ihrer Figur dicht beieinander. Günter Brüntje, zunächst als Pflegeopfer eher passiv, läuft in einer ernsten Rolle zu großer Form auf. Beeindruckend in der Traumszene, gewohnt souverän und nuancenreich im Wortwechsel, herzzerreißend seine Darstellung von „höllscher Pien“, die ihm die „Krankenschwester“ körperlich und seelisch bereitet.

Dabei hat Regisseurin Helma Conrads dem Publikum mit einigen humorvollen Pointen durchaus die Gelegenheit zur Entspannung gegeben – etwa die „Fütterung“ des armen Unfallopfers, die Verabreichung von Wasser zum Herunterschlucken der Medikamente oder Schelders Spiel mit der dramaturgischen Wiederbelebung seiner Romanfigur „Misery“ (auch das Schwein von Krankenschwester Anni heißt so).

Musik und Lichtwechsel mildern den Spannungsverlauf ab: Überhaupt Egon Loop ein lichtes Bühnenbild geschaffen. Die Kammer mit dem Krankenbett, in der der verletzte Schriftsteller „gepflegt“ wird, hat keine Begrenzung. Die Wände sind angedeutet, so wie auch die Grenzen zwischen Lust und Schmerz transparent sind. Und die plattdeutsche Sprache wiederum bietet mit ihrer Betulichkeit den Filter, die Sezierung der kranken Seele und den Aufbau der Spannung zu ertragen.

Ein Happy-End für die Kitschromanfigur „Misery“ und einige interessante Bühneneffekte mit Feuer gibt es auch – aber die werden nicht verraten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.