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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Neue Tafel erinnert an Juden in Varel

05.11.2018

Hohenberge Eine neue Tafel steht nun am Eingang zum jüdischen Friedhof in Hohenberge: Die Tafel gibt einen Überblick über die Geschichte des Friedhofs, außerdem werden die Inschriften und die Symbolik auf den Grabsteinen erklärt. Darüber hinaus gibt es dort Informationen zur jüdischen Begräbniskultur. Ein QR-Code, der mit dem Smartphone eingescannt werden kann, leitet den Nutzer zu weiteren Informationen im Internet weiter. Erstellt wurde die Tafel vom Arbeitskreis Juden in Varel, aufgebaut wurde sie von der Stadt Varel.

Zur Enthüllung der neuen Tafel waren außerdem Avigdor Cahaner, Noa Cahaner-McManus, Adi Cahaner, Gali Carmel und Gila Kosary zu Gast. Sie leben in der Gegend um Tel Aviv in Israel. Ihr Urgroßvater, bzw. Ururgroßvater Hermann Weiss liegt in Hohenberge begraben. Er betrieb seinerzeit ein Kaufhaus in Varel und hatte ein weiteres Kaufhaus in Jever.

„Mit dem Aufstellen der Tafel erinnern wir uns an die jüdische Geschichte Varels und an das Leid, das den Juden angetan wurde“, sagte Pfarrer Tom Brok bei der Einweihung der Tafel. Dass an diesem Tag die Nachfahren von Hermann Weiss in Varel waren, sei eine „große Ehre“.

Die Tafel erinnere auch an die Zeit, in der das Zusammenleben zwischen Juden und Christen in Varel funktionierte, ebenso aber an die NS-Zeit, die viele Juden das Leben kostete oder sie zur Flucht zwang. Ins Ausland floh auch Max Biberfeld, Enkel von Hermann Weiss. Er wanderte 1935 nach Palästina aus, wo seine Nachfahren bis heute Leben.

Dass die überhaupt von der Geschichte ihrer Vorfahren in Friesland erfuhren, war reiner Zufall. Zwar wussten sie, dass Max Biberfeld aus dem Nordwesten Deutschlands stammte, Details – gerade aus der NS-Zeit – waren ihnen aber unbekannt. „Über diese schwierige Zeit hat er nie gesprochen“, sagte Gila Kosary.

Der Kontakt zu Varel und Jever kam über die Suchmaschine Google zustande: „Wir haben seinen Namen eingegeben und sind auf das Gröschlerhaus gestoßen“, erklärt Noa Cahaner-McManus. Nicht lange, dann stand der Besuch in Varel an.

Die Familie zeigte sich beeindruckt vom Umgang mit der jüdischen Geschichte in Deutschland und Varel und Jever im Besonderen: „Es wäre einfacher, die Geschichte einfach zu vergessen, aber wie sie hier verarbeitet wird, beeindruckt uns“, sagte Adi Cahaner. Ihre Schwester Gali Carmel stimmte ihr zu: „In Deutschland setzt man sich damit auseinander und hat viel Respekt vor der jüdischen Kultur. Das ist nicht selbstverständlich.“

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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