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NWZonline.de Region Friesland Kultur

„Ich bin durch die Hölle gegangen“

30.09.2010

OBENSTROHE „Ich traue mich nicht mehr aus dem Haus.“ Seit die „Frauentausch“-Episode ausgestrahlt wurde, in der Ina Händel aus Obenstrohe mitgewirkt hat, rufen die Leute der 26-Jährigen Sprüche hinterher wie „Na, wollen wir nicht nach Rostock zum Oktoberfest?“ Sie hat an der Sendung von RTL2 teilgenommen, in der es darum geht, dass zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten für zehn Tage zu einer unbekannten Familie ziehen. Die Obenstroherin tauschte ihr Leben als Hausfrau und Mutter im April dieses Jahres mit dem einer alleinerziehenden Gogo-Tänzerin aus Rostock (die NWZ  berichtete).

Rostock in München

„Ich bin durch die Hölle gegangen, während der Dreharbeiten und auch jetzt noch“, sagt Ina Händel. Sie habe den Regieanweisungen Folge leisten und das tun und sagen müssen, was man ihr vorgab. „Ich musste die ganze Zeit so tun, als wenn ich meine, dass Rostock ein Teil von München ist und das Oktoberfest in Warnemünde stattfindet“, berichtet Ina Händel.

Das Fernsehpublikum konnte verfolgen, wie die Obenstroherin am Strand von Warnemünde steht und sagt: „Zwar steht das Zelt nicht hier, aber ich kann sagen, ich war hier.“ Am Ostseestrand verkündet sie zudem, dass die Ostsee mit dem Bodensee und dem Chiemsee zusammenhängt: „Das ist alles ein Lauf.“

„Zum Deppen gemacht“

Warum hat sie sich nicht geweigert, solch unsinnige Dinge zu sagen? „Ich wollte das nicht, aber die von der Produktion haben gesagt, wenn ich mich weigere und die Sendung abbreche, sei das Vertragsbruch und ich müsse ein Bußgeld von 60.000 Euro zahlen“, sagt Ina Händel, „da habe ich mich eben weiter zum Deppen gemacht. Irgendwann liegt man am Boden und macht alles, was die sagen“. So habe sie auch die Gogo-Stange der Tauschmutter abgebaut, obwohl sie darin gar keinen Sinn sah.

Schlag ins Gesicht

„Das war alles ein abgekartetes Spiel, ich sollte von vornherein als dumm und ungebildet dargestellt werden“, sagt die 26-Jährige, „dabei bin ich doch ein Otto-Normalverbraucher, ich bin nichts Besonderes, aber auch nicht so schlecht, wie in dem Film dargestellt“. Schmerzhaft soll es auch zum Schluss der Sendung gewesen sein, behauptet Ina Händel, als die Obenstroherin der Tauschmutter gegenübertreten musste und die Frauen miteinander abrechneten. „Plötzlich schlug die mir hart ins Gesicht“, berichtet die 26-Jährige.

Warum hat sie sich überhaupt als Tauschmutter bei RTL2 beworben? „Es war eine Schnapsidee“, sagt Ina Händel, „wir wollten unser normales Leben zeigen. Stattdessen hat man uns als Asoziale präsentiert“. Jetzt hat die Familie mit Hohn und Spott zu kämpfen, und auch finanziell habe sich die Teilnahme nicht gelohnt: „Wir haben 1500 Euro Aufwandsentschädigung bekommen, davon ist ein Großteil für die Stromrechnung draufgegangen – für die Strahler des TV-Teams zum Ausleuchten der Wohnung.“

RTL 2 wehrt sich gegen die Vorwürfe

RTL2 wehrt sich gegen die Vorwürfe von Ina Händel. „Frauentausch ist ein Reality-Format, für das es kein Drehbuch und keine vorgegebenen Dialoge gibt“, sagt PR-Referentin Susanne Raidt: „Szenen werden nicht gestellt und selbstverständlich wurde Frau Händel nicht gezwungen, bestimmte Aussagen zu treffen. Es wurde ihr auch keine Vertragsstrafe angedroht.“

Dass alles ein „abgekartetes Spiel“ gewesen sein soll, lässt RTL2 nicht gelten: „Beim Casting, beim Dreh und der Produktion unserer Sendungen lassen wir stets die größtmögliche Sorgfaltspflicht gelten. Zum Prinzip jedes ‚Frauentausch’ gehört es, dass die jeweiligen Tauschfrauen ein unterschiedliches Leben führen. Wie sich die Tauschmutter oder die Familie dabei präsentiert, liegt nicht in der Hand des Teams, sondern bei ihr selbst. In diesem Fall tauschten eine 25-jährige fürsorgliche Hausfrau und Mutter, deren Ehe in der Krise ist, und eine junge Frau und Mutter, die viel auf Partys geht und als Gogo-Tänzerin arbeitet“, so Raidt.

Zehn Euro Stromkosten

Auch den Vorwurf von Ina Händel, dass ein Großteil der Aufwandsentschädigung für Stromkosten draufging, weist Susanne Raidt zurück: „Die Stromkosten, die durch den Einsatz von Leuchten bei der Produktion einer Ausgabe von ‚Frauentausch’ entstehen, liegen bei gut 10 Euro.“

Traute Börjes-Meinardus
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2502

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