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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Ist sie die Urenkelin von Karl May?

03.05.2017

Varel Verwandt mit dem berühmten Schriftsteller Karl May? Kann das wirklich sein? Die Varelerin Karin Böttcher weiß es auch nicht – aber sie hat ein paar Anhaltspunkte, dass sie die Urenkelin des Winnetou-Autors sein könnte. Und die 80-Jährige hofft, noch mehr Informationen zusammenzubekommen.

Schriftsteller Karl May Karl Friedrich May wurde am 25. Februar 1842 in Ernstthal geboren. Er starb am 30. März 1912 in Radebeul. Der Schriftsteller war einer der produktivsten Autoren von Abenteuerromanen. Bekannt wurde er vor allem durch seine sogenannten Reiseerzählungen. Besondere Berühmtheit erlangten die in drei Bänden zusammengefassten Geschichten um den Indianer Winnetou.

Karl May war zweimal verheiratet, hinterließ jedoch keine Kinder. Deshalb findet sich in der gängigen Forschung auch kein Hinweis auf Karin Böttchers Großvater Hieronymus Romuald Dondelinger, der am 13. Januar 1890 in Oettingen in Lothringen zur Welt kam. In der Geburtsurkunde wird der Wohnort des Vaters „Karl May“ mit Oettingen angegeben. Zu dieser Zeit hielt sich der Schriftsteller laut Archiv der Karl-May-Gesellschaft aber in Niederlößnitz (Sachsen) auf.

Interessant: Am 14. Januar, also einen Tag nach der Geburt des angeblichen Sohnes, reichte Mays Vermieterin beim Amtsgericht Dresden eine Zahlungsklage wegen Mietsäumnis ein. Die fällige Quartalsmiete (200 Mark) für die teure Villa blieb May trotz seines Schreibfleißes schuldig. Sein Dienstmädchen entließ er am 19. März.

Aber wie kommt man auf die Idee, mit Karl May verwandt zu sein? Erfahren hat Karin Böttcher das von ihrer eigenen Mutter. „Sie hat mir das alles erzählt, als ich 13, 14 Jahre alt war“, sagt Karin Böttcher. In der Stube habe auch immer ein Porträt Karl Mays gehangen. Das ist sicherlich kein Beweis. Aber immerhin ein Hinweis. Wer hat sonst das Bild eines Schriftstellers im Haus an der Wand hängen? Aber es gibt auch etwas handfestere Indizien – wie etwa eine Geburtsurkunde.

Die beurkundet die Geburt von Karin Böttchers Großvater Hieronymus Romuald Dondelinger, der am 13. Januar 1890 in Oettingen in Lothringen zur Welt kam. Und unterschrieben ist die Urkunde tatsächlich mit Karl May. Ob es aber nun wirklich der Karl May ist, ist unklar.

Die Mutter, die Luxemburgerin Elisabetha Dondelinger, soll die zweite Ehefrau Karl Mays gewesen sein. Diese Ehe wurde laut Karin Böttcher aber annulliert, weil May schon in Deutschland verheiratet gewesen sei. Karl May soll Elisabetha Dondelinger danach mit zwei Kindern, einem Sohn und einer Tochter, sitzen gelassen haben. Der Name Dondelinger soll außerdem von „Don de Lage“ eingedeutscht worden sein.

Der angebliche Sohn Karl Mays soll wiederum ein musikalisches Genie gewesen sein und zugleich unglaublich ex­trovertiert. Schon in jüngeren Jahren sei er als Kapellmeister mit einer Gruppe von 50 Musikern auf Tournee gewesen und habe eine Stradivari-Geige besessen.

„Meine Mutter hat erzählt, dass, wenn sie sonntags einen Spaziergang unternommen haben, er manchmal den Spazierstock in einen Gullydeckel gesteckt, den Hut daran aufgehängt und dann auf offener Straße ein Rad nach dem anderen geschlagen hat“, erzählt Karin Böttcher. Offenbar war er ein wenig verrückt. Sein Konterfei samt Geige ziert eine Postkarte, die die Varelerin besitzt. Außerdem soll er in Luxemburg das Ave Maria vertont haben.

Hieronymus Romuald Dondelinger hat später Emilie Dondelinger, geb. Nebeling, geheiratet. Aus der Ehe ging Karin Böttchers Mutter Lolotte hervor. Das war es aber schon fast mit den Hinweisen. Nur noch, dass die Verwandtschaft in Luxemburg Fabriken und eine Tanz- und Benimmschule besessen haben soll.

Schriftstellerisches Talent, das sie möglicherweise von Karl May geerbt haben könnte, habe Karin Böttcher nicht: „Ich möchte das einfach klären.“ Ihr Leben lang begleite sie Karl May schon. Sicher sein, ob sie wirklich von dem berühmten Schriftsteller abstammt, konnte sie aber nie. Ernsthafte Ahnenforschung habe sie auch noch nicht betrieben – jetzt hofft sie aber, dass sie der Wahrheit ein Stück näher kommt.