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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Erfolgreicher Weg einer Soldatentochter aus Jever

16.05.2019

Jever Als Jevers katholische Gemeinde St. Marien im September 1989 die Gedenktafel für Klosterfrau Maria Clementine Martin an der Kirchmauer einweihte, hätte keiner der Initiatoren gedacht, dass der Nonne auch einmal eine Straße in Jever gewidmet würde.

Neun Jahre ihres Lebens hat sie in Jever verbracht – bekannt wurde sie als Erfinderin des Kräuterschnapses „Klosterfrau Melissengeist“. Sie ist „die“ Klosterfrau, eine von dreien, die das Etikett des Schnapses ziert, und sie hat die Firma „Klosterfrau“ in Köln gegründet.

Wilhelmine Martin

Die Stadt Jever wird eine Straße im Neubaugebiet „An den Schöfelwiesen“ nach der Nonne Maria Clementine Martin benennen – Erfinderin des Kräuterschnapses „Klosterfrau Melissengeist“. Geboren wurde sie als Wilhelmine Martin am 5. Mai 1775 in Brüssel, gestorben ist sie am 9. August 1843 in Köln.

Ihr Vater Johann Heinrich Martin war als Soldat am Hof von Friedrich-August von Anhalt-Zerbst ab 1783 in Jever stationiert. Wilhelmine Martin und ihre jüngere Schwester verbringen ihre Jugend in Jever.

Mit 17 Jahren am 2. Oktober 1792 tritt die junge Frau ins Annunziaten-Kloster St. Anna in Coesfeld ein. Sie erhält den Namen Maria Clementine. Im Kloster hat sie Kräuterkunde gelernt – mit diesem Wissen erfand sie später den Melissengeist.

Ihre Lebensgeschichte hat 2010 die Lokal-Historikerin Maria Theresia Haschke in ihrem Buch „Die katholische Kirche in Jever nach der Reformation bis 2010“ aufgearbeitet. Über Kindheit und Jugend Wilhelmine Martins – so ihr bürgerlicher Name – in Jever von 1783 bis 1792 ist wenig bekannt. Sie hatte eine jüngere Schwester, die Mutter Christine starb früh, ihr Vater Johann Heinrich Martin war als Soldat im Hofdienst von Fürst Friedrich-August von Anhalt-Zerbst. Die Familie lebte nahe des Schlosses.

Als sie 1792 entschied, Nonne zu werden und ins Annunziaten-Kloster in Coesfeld eintrat, erhielt die 17-Jährige den Namen Maria Clementine. Klosterapotheke und Heilkunde scheinen es der jungen Frau angetan zu haben, denn schon früh verfeinerte sie das „Carmeliterwasser“ – ebenfalls ein Melissenschnaps – und wandte es in der Krankenpflege an. Als „Krankenschwester“ hat sie offenbar auch gewirkt, nachdem ab 1802 Napoleon die Klöster auflösen und ihre Besitztümer einkassieren ließ – die Säkularisation erlebte Maria Clementine im Raum Brüssel. So kam es auch, dass sie an der Schlacht bei Waterloo teilnahm – sie sammelte noch während der Schlacht Verwundete ein. Ihr Einsatz, einer „tapferen Tochter eines Soldaten würdig“ brachte ihr allerhöchstes Lob des Preußen-Königs Friedrich-Wilhelm III. ein und ein „Legat“ – eine Leibrente.

Mit dieser Einkommensgrundlage siedelte sie sich kurz vor ihrem 50. Geburtstag 1825 in der Handelsmetropole Köln an – als Pflegerin des Domvikars. 1826 eröffnet sie dort ihr Unternehmen, die Destillerie „Maria Clementine Martin, Klosterfrau“. Sie produziert ein echtes „Kölnisch Wasser“ und ihren Melissengeist. Mit Erfolg: Maria Theresia Haschke hat anhand zahlreicher Zeitungsannoncen die Geschichte ihres Betriebs nachgezeichnet.

„Wollte ich eine Statistik meines Absatzes liefern – keine Stadt der zivilisierten Welt würde darin unvertreten sein...“ zitiert die Historikerin aus einem Brief Maria Clementines kurz vor ihrem Tod.

Ihr Grab ist auf dem Melaten-Friedhof in Köln zu finden. Ihr Betrieb heißt heute Klosterfrau Healthcare Group – und ist international bekannt.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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