• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Kultur

329. Bierprobe: Ganz im Sinn Ernst Böhmes

30.09.2019

Jever Culleras fast zwei Meter m langer Bürgermeister Jordi Mayor gehörte zu den „Gro(ö)ßen“ bei der 329. Bierprobe im Schalander des Friesischen Brauhauses. Mit den beiden Ratsfrauen Debora Mari, Susi Melia Perior und Salvador Vivez gehörte er zu den Ehrengästen – den Spaniern gefiel’s in diesem illustren Kreis. Dank Dolmetscherin klappte auch die Kommunikation. Lobenswert: Alle Redner begrüßten die Cullerenses auf Spanisch.

Fast hätte es die Bierprobe nach der Aufgabe des Maibocks 1991 nicht mehr gegeben: Jevers ehemaliger Stadtdirektor Ingo Hashagen rettete die Tradition, die in diesem Jahr zum 329. Mal stattfand. Fräulein Maria war es, die dem Magistrat der Stadt die Bierprobe anordnete, hatte er festgestellt. Stimmte die Qualität nicht, wurde das Bier an die Armen verschenkt. Für Zucht und Ordnung wurde ein Rumormeister bestimmt.

Ganz im Sinne von Ernst Böhme, nämlich friesisch-herb, kommt auch der neue Jahrgang daher. 1934 entwickelte der junge Braumeister die Rezeptur für Jever Pilsener. Ein Bier zu brauen – dazu gehört ein Quentchen Zauberei, sagte Brauhaus-Geschäftsführer Michael Reitze: „Mal sehen was unsere Mitarbeiter gezaubert haben.“ Jedes Jahr wieder das perfekte Jever Pilsener zu brauen, ist eine Herausforderung, sagte auch Betriebsleiter Christian Schmidt. Er prostete im Brauerei-Schalander auf ein Bier, das seit 171 Jahren im Preis gleich geblieben ist: Das Freibier.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Etwas lang, aber nicht langweilig, unterhielt Rumormeister Jörg Fessel die Gäste und wiederholte die in seiner Antrittsrede von 2018 verkündete Forderung: Jever richtig mit f (eff) auszusprechen. Jever Fun Zitrone bezeichnete er als Krone des Niedergangs anständiger Braukultur und kritisierte, dass der geforderte Jever Maibock noch immer nicht auf dem Brauplan steht. „Der Klimawandel ist schuld, Forscher schlagen Bieralarm und prognostizieren eine Verdoppelung der Bierpreise“, zitierte Fessel aus einer Boulevard-Zeitung. Gut, dass Klima-Gretchen gegensteuert und dafür mit dem Nobelpreis belohnt wird. „Hoffentlich erfahren die Klimaaktivisten nicht, dass Bier mit CO2 gezapft wird, die Folgen sind nicht auszudenken“, so Fessel. Um dies zu verhindern riet er zur Protestbewegung an jedem Freitag um 18 Uhr im Schalander unter dem Motto: Freibier für Future.

Ob Rüdiger Babatz als Nachfolger des streitbaren Rumormeisters Fessel immer den richtigen Hammerschlag findet, wird sich im nächsten Jahr zeigen. Bei seiner Amtsantrittsrede – ohne obligatorische Weste – zeigte er sich versöhnlich. Zu seiner „Geschichtsstunde“ gehörte das Püttwesen mit der Erklärung der Püttacht „Lange Leitung“. Das Püttbier bezeichnete er als Mittel, den Vermassungstendenzen der heutigen Zeit entgegenzuwirken.

Babatz’ Rede war eine Liebeserklärung an „unsere wunderbare Stadt“. Er werde dafür sorgen, dass dieses Idyll nicht und durch niemanden gestört wird. Auf die Politiker werde er ein wachsames Auge werfen. Diskussionen bezeichnete er als nötig und sinnvoll, aber keine klein karierten Streitereien. Es fordert dazu auf, an einem Strang in eine Richtung zum Wohl der Stadt zu ziehen und schlug dazu besonders kräftig mit dem Rumormeisterhammer an das Rednerpult.

Als Protestbewegung zog die Bierprüfungskommission in den Schalander ein und verkündete: „Wir sind hier, wir sind laut! Wehe dem, der Bier uns klaut. Unsere Zukunft die braucht Mut und den neuen Jever-Sud.“ Das Urteil fiel wieder positiv aus, der neue Sud darf in den Verkauf gehen. Allerdings, so wurde berichtet, schwächelte die Kommission bei der Probe im Rathaus und schaffte das 50-Liter-Fass nicht. Das Ergebnis wurde mit einer Urkunde der Brauerei-Geschäftsleitung übergeben (ovales Bild) und lautet: „In aller Welt wird viel gepostet, in Jever wird sich zugeprostet. Auch dieses Jahr wurd‘ es bewiesen, das beste Bier kommt von den Friesen.“

Fast vollständig war auch die erste weibliche Prüfungskommission von 2013 anwesend – diesmal mit einem Spenden-Bierfass. Das machte die Runde – der Erlös für die DLRG Schortens-Jever bestimmt. Bei dieser Gelegenheit verriet Angela Dankwardt, dass sie Nichtschwimmerin ist. Das veranlasste Werner Magnus, mit früheren Rumormeistern je hundert Euro zu spenden, wenn sie im nächsten Jahr das Seepferchen vorweisen kann.

Mit Rührei, Krabben und Bratkartoffeln und natürlich viel Bier bewirtete die Brauerei ihre Gäste. Es war spät, als Rumormeister Babatz dazu aufrief: Ein jeder gehet jetzt gesittet nach Hause. „Trinkt mäßig, aber regelmäßig, fangt keine Streitereien an, sonst müsst ihr Bekanntschaft mit dem Hammer des Rumormeisters machen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.