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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Getreue Von Jever: Zeitreise durch die Geschichte einer Adelsfamilie

26.10.2017

Jever Den Kulturkreis Ostfriesland zu erleben und etwas über die Grafenfamilie von Wedel zu erfahren, war das Ziel einer Tagesfahrt der Stammtischler der „Getreuen von Jever“. Die Tour führte die Jeveraner zunächst nach Leer. Ein großes „P“ ziert viele historische Häuser der Altstadt, die sonst dem Verfall oder einer Flächensanierung zum Opfer gefallen wären. Kauf, Restaurierung und Vermietung zu moderaten Preisen sind eine große Leidenschaft des Kaufmanns und Reeders Günter Prahm, der damit einen Beitrag zur Rettung des „historischen“ Leers leistet.

In der Jugendherberge, einst Armenhaus der Stadt, erfuhren die „Getreuen“ von einer Sozialstruktur, die Armen ein Zuhause bot, sich dafür aber mit täglicher Arbeit verdingen mussten, die ihnen das Haus vorgab.

Mit viel Wissen zum Detail erhielten die Jeverländer im Schloss Evenburg, die über Jahrhunderte der Familie der Grafen von Wedel gehörte, einen Einblick in die Familiengeschichte des ostfriesischen Adelsgeschlechts. Carl Georg Graf von Wedel ließ die Evenburg in Loga 1861 im neugotischen Stil neu bauen. Die Vorburg, in der sich die Kreismusikschule und ein Café befinden, blieben im ursprünglichen Stil des Barocks erhalten. Carl Georg von Wedel brachte das erste Fahrrad nach Ostfriesland. Er sah es 1867 auf der Weltausstellung in Paris und ließ es dann bei einem Schlosser in Leer nachbauen.

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1928 verlegte die Grafenfamilie ihren Wohnsitz vollständig nach Gödens, dessen Schloss und Ländereien durch Heirat 1746 in den Besitz der Familie kam.

Im Wasserschloss Gödens beschloss Gräfin Helen von Wedel, Schwester des verstorbenen Schlossherrn Graf Karl Georg von Wedel eine Zeitreise der Heimatgeschichte. Imposant der große Eingangssaal mit seiner Empore und der Freitreppe, der zu den Landpartien geöffnet ist. An den mehr als zehn Meter hohen Bildern im Prunksaal erläuterte die Gräfin ihren Besuchern aus der Marienstadt die Darstellungen der griechischen Mythologie.

Beim Rundgang durch einen Teil der Räumlichkeiten erinnerte ein Raum mit einem Ofen an die Zeit, als das Schloss Raum für viele Flüchtlinge bot.

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