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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Auf die feine englische Art

03.12.2019

Jever Steingut, Steinzeug oder Porzellan – der Unterschied ist fein, aber bedeutend – und das nicht nur in der Zusammensetzung der Materialien, sondern folglich auch im Preis. Während Steingut hauptsächlich aus grober Tonerde besteht, ist der Hauptbestandteil des Porzellans ein Stoff namens Kaolin, ein sehr feines weißes Gestein ohne Eisenanteil.

„Porzellan war damals besonders teuer“, sagt Dr. Maren Siems vom Schlossmuseum Jever, die die neue Ausstellung „Very british – Englische Keramik des 19. Jahrhunderts in norddeutschen Stuben“ kuratiert hat. Erst mit der Weiterentwicklung des Steinguts zum feinen und erschwinglichen Porzellanersatz sei Keramik auch in immer mehr bürgerliche Stuben eingezogen, auch in Ostfriesland und im Jeverland.

„Very British“ - Englische Keramik des 19. Jahrhunderts in norddeutschen Stuben

Die Ausstellung „Very british“ ist im Schlossmuseum Jever noch bis zum 1. März 2020 zu sehen.

Einen Familienworkshop zum Thema bietet das Schlossmuseum am Tag der offenen Tür am Sonntag, 15. Dezember, von 14 bis 17 Uhr an. Dabei können in der experimentellen Druckwerkstatt im Eulenturm auch die Vervielfältigungstechniken auf Porzellan ausprobiert werden.

Offene Ateliernachmittage bietet das Schlossmuseum am 19. Januar und 16. Februar jeweils von 14 bis 16 Uhr an. Unter der Überschrift „Mode, Muster, Markenware“ werden die Dekore der englischen Tassen und Teller genau betrachtet. Die grafisch aufwendig gestalteten Titel der Muster mit ihren poetischen Namen wie „Wild Rose“ oder „Florentine Fountain“ und „Romantic views“, die die Rückseiten der Geschirre zierten, bieten dabei die Vorlage für eigene Musterentwürfe. Die Atelierwerkstatt richtet sich an Kinder ab acht Jahren, die Materialkosten betragen acht Euro.

Kleine Forschungs- und Mitmachstationen laden die Besucher dazu ein, sich aktiv mit dem Phänomen von lukrativer Vervielfältigung und modischer Vielfalt auseinanderzusetzen.

    www.schlossmuseum.de

Die Kabinettausstellung „Very british“, die bis vor kurzem im Sielhafenmuseum in Carolinensiel zu sehen war, ist weitergewandert ins Schlossmuseum Jever und mit neuen Leihgaben und Stücken aus dem eigenen Museumsbestand ergänzt worden. Ein Auftrag der Königin von England, die bei einer Manufaktur ein großes Service bestellt hatte, adelte das feine Steinzeug einst zur „Queensware“. Andere Herrscherhäuser folgten, und mit Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte das britische Steinzeug seine Blütezeit in der gehobenen Tischkultur.

Wie Tafelgeschirr und Keramikfiguren von England aus auch den Weg in norddeutsche Stuben fanden und unter welchen Produktionsbedingungen die Keramik im Zeitalter der Frühindustrialisierung hergestellt wurde und sogar Serien speziell für den US-amerikanischen Markt entwickelt wurden, das zeigt die Ausstellung ganz oben im Schloss.

Dort sind nicht nur Kännchen Teller und Figuren aus britischen Keramikwerkstätten zu sehen, sondern auch die berühmten Schoßhündchen und anderer Keramik-Nippes, der bald zur Standarddekoration auf Kaminsimsen in gutbürgerlichen Haushalten gehörte. Was es mit den vor allem bei den Briten beliebten Pudeln und Spaniels auf sich hat und warum die Blickrichtung der Keramikhunde in den Schaufenstern der Rotlichtvierteln damals eine besondere Bedeutung hatte, auch das erfährt man in der Ausstellung.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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