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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Was kreucht und fleucht im Schlossmuseum in Jever?

20.07.2019

Jever Wenn man es weiß, sieht man es auch: Das Schoßhündchen auf einem der Gobelins des jeverschen Schlosses ist ganz mottenzerfressen. Natürlich hat nicht das Hündchen Mottenfraß, sondern der Wandteppich – und natürlich wurden bei der Restaurierung die Gobelins so behandelt, dass Motten keine Chance mehr haben, sich darin niederzulassen. Und die Mottenlöcher wurden ebenfalls geflickt . . .

Nicht nur Motten, auch andere große und kleine Tiere haben im Schloss Spuren hinterlassen. Ihnen allen haben Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander und Grafiker Steffen Walentowitz ein Büchlein gewidmet: „Tiere im Schloss“ heißt das Sachbuch für Kinder, das nun erschienen ist. Die Idee dazu ist schon ein paar Jahre alt – Antje Sander hatte Steffen Walentowitz irgendwann einen Zettel mit verschiedenen Tieren zugeschoben. „Der lag fünf Jahre auf meinem Schreibtisch – nun haben wir das Buch nebenher umgesetzt“, sagt Walentowitz.

Kinderbuch „Tiere im Schloss“

Das Sachbuch „Tiere im Schloss“ von Antje Sander und Steffen Walentowitz ist im Isensee Verlag erschienen und kostet 12,50 Euro. Erhältlich ist es im Buchhandel und im Schlossmuseum Jever.

Das Kinderbuch nimmt mit auf eine besondere Führung: Es erzählt vom Leben im Schloss anhand der Tiere, die vom Keller bis zum Dach, im Park und – einst – auf den Häuptern und in den Gewändern der Bewohner zu finden waren.

Es soll Kinder – und Erwachsene – anregen, mit offenen Augen durchs Schloss zu spazieren und viel Neues zu entdecken. Die Zeichnungen hat Grafiker Steffen Walentowitz im Stil Albrecht Dürers auf Bütten aquarelliert – Originale sind bis Dezember in einer Sonderausstellung im Obergeschoss zu bewundern.

Das Sachbuch nimmt Kinder – und Erwachsene – mit auf einen Rundgang durchs Schloss: Vom Keller bis zum Dachboden, in den Schlosspark und den Geheimgang. Denn überall dort sind Tiere zu entdecken. Im feuchten und kühlen Keller leben natürlich Kellerasseln, in den Ecken der Repräsentationsräume sitzen Winkelspinnen, in der Kassettendecke haben Holzwürmer ihre Gänge gegraben und hoch oben in 20 Metern haben Wespen im Freesenturm ihre Nester gebaut.

Auf dem Dachboden des Schlosses lebt ein Steinmarder. Das ist nicht ganz so lustig für Denkmalschützer, denn er hat Gänge in die Dämmwolle gegraben. Deshalb soll er bei der nächsten Dachsanierung auch ganz vorsichtig vergrämt werden – „er hat ja genug andere Möglichkeiten zum Wohnen hier“, sagt Antje Sander.

Für die einstigen Bewohner des Schlosses nicht angenehm im Zusammenleben waren Kopfläuse und Flöhe. Ausgerechnet der im Jeverland ungeliebte ostfriesische Graf Edzard I., der im frühen 16. Jahrhundert versuchte, das legendäre Fräulein Maria von Jever unter seine Herrschaft zu nötigen, ist auf dem Porträt im Vorraum des Audienzsaals mit einer Flohfalle abgebildet.

Mauersegler und Rauchschwalbe, Turmfalke und Dohle, Saatkrähe und Fledermaus – das sind weitere Tiere, die zum jeverschen Schloss gehören.

Zum Buch gibt es im Obergeschoss bis Dezember auch eine eigene Sonderausstellung: Denn Steffen Walentowitz hat seine Grafiken als Aquarelle auf Büttenpapier ausgeführt – genau wie Albrecht Dürer. Sie sind in der Ausstellung genau so zu sehen wie die Buchseiten samt Lebensräumen der beschriebenen Schlosstiere. Und ein kleines Stabtheater lädt Kinder dazu ein, die Tiere in Bewegung zu bringen und selbst weitere Tiere zu gestalten. Schlossfilmer Basel Mansour hat zudem eine Doku mit Kindern gedreht, die sich die Schlosstiere anschauen.

Ein Tier, das Antje Sander auf ihren Zettel für Walentowitz geschrieben hatte, taucht im Büchlein allerdings nicht auf: die Steinlaus. Die gibt es nämlich nur bei Loriot. Und auch der Roten Samtmilbe – winzige rote Krabbeltierchen, die auf Mauern sitzen und die perfekte Steinlaus verkörpern – ist keine Seite im Buch gewidmet.


Mehr Infos unter   www.schlossmuseum.de 
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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