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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Neue Töpfe aus alter Werkstatt

11.10.2019

Jever „Endlich haben wir hier in der Mühlenscheune auch eine Töpferwerkstatt, die das alte Töpferhandwerk zum Leben erweckt. Ich bin sehr glücklich darüber“, sagt Kunstpädagogin Ulrike de Buhr und strahlt: In der Scheune der Schlachtmühle am Hooksweg ist ein neuer Ausstellungsraum entstanden. Darin ist die alte Töpferwerkstatt Schnier aus Jever untergebracht. Die Töpferei ergänzt die Landwirtschaftsausstellung in der Mühlenscheune.

Graupenfest

Unter dem Motto „Stadt und Land – Hand in Hand“ wird am Sonntag, 13. Oktober, Brüllmarkt in Jever gefeiert. Teil dessen ist das Graupenfest an der Schlachtmühle, der letzten von einst fünf Mühlen in Jever. Gefeiert wird das Graupenfest am Sonntag von 11 bis 17 Uhr vor und in der Schlachtmühle am Hooksweg 9.

„Mit großem Eifer haben unsere ehrenamtlichen Müller die Wände hochgezogen und den Raum nach Vorbild der Töpfermeister Schnier gestaltet. Wir brennen Töpferarbeiten nach traditionellem Vorbild, jedoch ohne die bleihaltige Fayence-Glasur, die heute nicht mehr verwendet wird“, erklärt Ulrike de Buhr. Die neue Töpferwerkstatt neben der Schlosserwerkstatt mit zahlreichen Werkzeugen wird am Wochenende erstmals den Besuchern gezeigt.

Besonders angetan ist de Buhr von den kleinen, beige-farbigen Schalen, so genannte Kälte-Stövchen, die früher in der Kirche zum Wärmen der Füße benutzt wurden. „In unserer heutigen Zeit wären sie auch wieder eine nette Sache“, sagt de Buhr und zeigt auf ein altertümliches Stövchen und eines, das sie nach historischem Vorbild nachgebrannt hat. „Da hinein wurde früher warme Torfkohle gelegt und so die Füße gewärmt.“

Genauso angetan ist sie von der traditionellen Bomboisies-Form mit ihren sieben kleinen Kuhlen, in der das typisch friesische Gebäck gebacken wird. Die Kunstpädagogin probiert dabei stets, ihre Tonarbeiten möglichst originalgetreu nachzuarbeiten.

In der Töpferwerkstatt sind um die original Schnier-Drehscheibe, das Herzstück des Raums, Alltagsgegenstände aus Ton ausgestellt – Exponate aus dem Schlossmuseum. Getöpfert sind sie aus der „Jeverschen Erde“, die für die Herstellung von Töpferwaren äußerst beliebt war; und zwar so beliebt, dass sie sogar bis nach Holland gehandelt wurde.

Die Töpfermeister Johann Hinrich und Karl Schnier, Vater und Sohn, stellten Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Jeverschen Erde unter anderem Medaillons für Kachelöfen her. „Wenn jemand noch so etwas bei sich zu Hause herumliegen hat, würden wir uns freuen, wenn wir Fotos von den Medaillons zugeschickt bekommen würden“, bittet Kunstpädagogin de Buhr.

Am Sonntag, 13. Oktober, beim Graupenfest des Arbeitskreises Schlachtmühle, gibt es zudem eine „Vom Korn zum Brot“-Aktion für Kinder, eine Drehorgel, einen Bücherstand, eine Kartoffelsortiermaschine und viele weitere Mitmach-Aktionen, die das alte Handwerk wieder aufleben lassen.

Müller Holger Krahe und seine Kollegen hoffen auf gutes Wetter am Sonntag und ausreichend Wind, denn „nur bei viel Wind können wir den Peldegang in Betrieb nehmen“. Und den Peldegang brauchen die Müller, weil darin Gerste geschält – gepellt – wird, aus der so Graupen werden. Daher wird es auf dem Graupenfest natürlich auch Graupensuppe – vegetarisch-mediterran und mit Bio-Würstchen – sowie Kaffee und Kuchen geben.

Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever, freut sich auch schon auf das Graupenfest: „Die Mühle gehört zu Jever und wertet die Stadt auf. Die Jeveraner sind stolz auf die Mühle, helfen uns beim Erhalt des Kulturguts und bei unseren Festen. Wir hoffen also auf einen großen Andrang am Sonntag, damit der Saisonabschluss gebührend gefeiert werden kann.“

Am Vortag wird eigens für das Fest ein Filmdreh in der Mühle stattfinden: Hussam und Basel Mansour filmen eine Führung durch die Mühle. Die beiden syrischen Brüder unterstützten den Arbeitskreis Schlachtmühle schon bei der Sanierung der Mühle. Der Film soll dann am Sonntag gezeigt werden. Edzard de Buhr, Leiter des Arbeitskreises Schlachtmühle, findet immer den Aufstieg zur jüngst vergrößerten Galerie der Mühle besonders: „Viele trauen sich erst gar nicht hoch, dann warten die Verwandten oben und müssen ihre Leute ermutigen, die schmale Treppe zu erklimmen.“

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