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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Im Austausch um die ganze Welt

19.08.2019

Jever Das Wattenmeer hat sie schon kurz gesehen, sagt Kathleen Soares aus Orlando in Florida. Sie lebt seit gut einer Woche in Jever bei ihrer Gastfamilie. Und wenn sie schon mal in Deutschland ist, will sie natürlich auch noch Berge sehen. Die gibt es in Friesland genauso wenig wie in ihrer Heimat Florida, aber in dem knappen Jahr, in dem die 16-Jährige als Austauschschülerin bei Gastfamilien in Jever verbringt, steht noch allerhand auf dem Programm. Unter anderem Ausflüge nach Berlin, nach Bayern und vielleicht noch ein paar andere Städte in Europa.

Bewerben für den Schüleraustausch

Bewerben können sich Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren. Sie müssen noch Schüler sein und aus dem jeweiligen Rotary Distrikt stammen – im Fall von Nele und Carlotta also aus dem Jeverland. Mitgliedschaft oder irgendeine Verbindung zu Rotary-Clubs spielen dabei keine Rolle.

Bewerbungen für den nächsten Schüleraustausch sind bis Ende April 2020 möglich. Der Schulbesuch im Gastland ist verpflichtend.

Gastländer sind USA und Kanada, Mexiko, viele Länder Südamerikas, Australien und Neuseeland, Japan, Indonesien, Südkorea und weitere asiatische Länder, außerdem die baltischen Staaten, Benelux und weitere Länder in Europa.

    www.rotary-jd.de/programme/jahresaustausch/

Auch Maria Clara Disario, 15 Jahre jung und aus einer Stadt im Umkreis von São Paulo in Brasilien, ist seit ein paar Tagen in Jever zu Gast. Auch sie lebt bei einer Gastfamilie und ist ganz gespannt auf die deutsche Kultur, auf neue Menschen und das, was sie als Südamerikanerin in Europa erlebt. Jever sei eine „sweet and pretty little town“, eine süße kleine Stadt, finden die beiden Teenager.

Botschafter des Landes

Kathleen und Maria Clara sind über ein Schüleraustauschprogramm der Rotary Clubs nach Jever gekommen. Beide sprechen kaum Deutsch, sondern Portugiesisch, Brasiliens Landessprache, und Englisch. Beide besuchen nun das Mariengymnasium Jever, verbringen hier ihr Schuljahr und wollen nebenbei Deutsch lernen.

Auf gepackten Koffern sitzen bereits Nele Lübke (16) und Carlotta Weise (17) aus Jever. Die beiden besuchen ebenfalls das Mariengymnasium. Sie sind die beiden Jugendlichen, die der Rotary-Club Jever-Jeverland als so genannte „Outbounds“ in die weite Welt hinaus entsendet. Auch sie verbringen ein Schuljahr im Ausland, lernen Land und Leute und andere Kulturen kennen und sind dabei auch Botschafterinnen unseres Landes, sagt die Jugenddienstbeauftragte des Rotary-Clubs, Theda Janssen-Nickel.

Nele wird ein knappes Jahr in Santiago de Chile in Gastfamilien leben, Carlotta zieht’s nach Argentinien in eine mittelgroße Küstenstadt. In dieser Woche, am 22. und 23. August, geht’s für beide Jeveranerinnen nach Südamerika. Dass die vier Mädchen und Rotary-Botschafterinnen sich noch in Jever getroffen haben, Ankunft und Abflug sich etwa eineinhalb Wochen überschnitten haben, war eher Zufall, so Theda Janssen-Nickel. Vorige Woche haben die vier jungen Frauen die Gelegenheit genutzt und sind noch gemeinsam über das Altstadtfest gezogen.

Die Jugendlichen leben nicht wechselseitig in den Gastfamilien der jeweils anderen, sondern bei anderen Gastfamilien des Rotary-Clubs, erklärt die Rotary-Jugenddienstbeauftragte. Durch den Auslandsaufenthalt entwickeln sich die Jugendlichen weiter, während ihr Weltbild mitwächst. Sie kommen mit umfangreichen Eindrücken über ihr Gastland und einem tieferen Selbstverständnis zurück. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der Kulturerfahrung und nicht auf der Vertiefung einer Fremdsprache oder dem Erlangen von Examina, Diplomen oder Graduierungen.

An dem Austausch-Programm, das in 30 Länder auf der ganzen Welt führt, nehmen in Deutschland jedes Jahr rund 650 Schülerinnen und Schüler teil. Der Rotary-Club Jever-Jeverland entsendet jährlich zwei junge Leute aus seinem Distrikt in die weite Welt, so Club-Präsidentin Dr. Regina Fladung. Die Interessierten Schüler können sich drei Länder aussuchen, eines davon wird es dann. Schon ein Jahr vorher werden die Jugendlichen informiert, es gibt Vorbereitungstreffen, in denen der Ablauf und alles wichtige zusammen mit den Familien besprochen wird. Die Familien, aus denen die für das Austauschprogramm ausgewählten Jugendlichen kommen, müssen übrigens keine Rotarier sein. Die Familien zahlen den Flug und Visa-Gebühren, den Service, die Betreuung und ein monatliches Taschengeld übernimmt Rotary.

Kontakt in die Heimat

Für Kathleen hat Gabriele Gennert die Patenschaft während ihres Aufenthalts in Deutschland übernommen, Sabine Gastmann ist Rotary-Patin von Maria Clara.

Das Austauschprogramm gibt es schon viele Jahre. Anfangs riefen die Jugendlichen dann zu Hause in der Heimat an, dass sie gut angekommen sind, und meldeten sich alle paar Wochen mal, wie es ihnen geht. Mit Skype, Whats­app und all den anderen Diensten ist der Kontakt zu Freunden und Familien in der Heimat heute sehr viel einfacher. „Das ist nicht immer positiv“, sagt Thea Janssen-Nickel. „Die Kinder sollen ja auch hier die Landessprache lernen. Manche bleiben durch die sozialen Medien zu sehr in ihren Heimatländern verhaftet.“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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