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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Alle hat das Seetzen-Fieber gepackt

04.10.2017

Jever Ulrich Jasper Seetzen soll einmal geschrieben haben: „Ein grosser Teil des cultivierten Europa wird sich für mich und meine Unternehmungen interessieren.“ Dass sich nun zwar nicht ganz Europa, aber zumindest viele Menschen aus Jever und Umgebung dafür interessieren, hätte Seetzen vermutlich auch gefreut. Schließlich sind zahlreiche Gäste zur Eröffnung der Seetzen-Ausstellung ins jeversche Schloss gekommen.

Wer war Seetzen?

Vor 250 Jahren wurde Ulrich Jasper Seetzen in Friesland geboren. Genauer: am 30. Januar 1767 im Sophiengroden im Kirchspiel Middoge in der Herrschaft Jever.

Als Sohn eines begüterten Landwirts besuchte er die Lateinschule in Jever und studierte in Göttingen Medizin und Naturwissenschaften.

Die Reisen seiner Kommilitonen Alexander von Humboldt und Friedrich Hornemann nach Südamerika und Afrika regten Seetzen zu eigenen Plänen an. Er wollte das unbekannte äquatoriale Afrika von Ost nach West durchqueren.

Am 13. Juni 1802 verließ Seetzen Jever und reiste über Gotha, Wien, Budapest, Bukarest, Konstantinopel, Aleppo, Damaskus und Jerusalem bis nach Kairo. 1811 wurde er in Jemen, noch vor der Durchquerung Afrikas, wahrscheinlich ermordet.

Seetzen lernte Arabisch, studierte den Koran, erwarb orientalische Manuskripte und Altertümer, sammelte Pflanzen und Mineralien und schickte sie an den Herzog von Gotha. Sorgfältig hielt er all seine Beobachtungen fest – über Natur, Kultur, Geschichte, Sprachen und vieles mehr.

Wie berichtet, ist nun die Ausstellung „Wissensdurst und Forscherdrang“ zum 250. Geburtstag des friesischen Forschungsreisenden Ulrich Jasper Seetzen (30. Januar 1767 bis 1811) im Schlossmuseum zu sehen. Schlossmuseumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander und Prof. Dr. Detlef Haberland von der Universität Oldenburg kamen bei einem ersten Rundgang aus dem Lächeln nicht mehr heraus – so stolz und glücklich sind sie über das Ergebnis.

„Und erstaunt“, sagte Haberland. Denn er hat zwar bei den Vorbereitungen mitgeholfen, ist sogar mit Antje Sander extra nach Gotha gefahren, um Ausstellungsstücke zu bekommen – aber das fertige Ergebnis hatte Haberland noch nicht gesehen. „Es ist eine tolle Überraschung, wie die ganze Installation erwacht.“

Die Ausstellung ist dabei in drei Teile gegliedert, erklärte Antje Sander. Der erste Teil umreißt einführend die Voraussetzungen des geistigen Horizonts Seetzens mit Blick auf das Jeverland und die Universität Göttingen. Hier werden auch die frühen Forschungsreisen des Naturforschers thematisiert.

Eine Reise ging etwa nach Wangerooge, wo Seetzen unter anderem Flora und Fauna studierte. Dazu hat der syrische Regisseur und Filmemacher Basel Mansour mit seiner Familie einen passenden Film gedreht, der auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Der zweite Teil der Ausstellung ist der großen Forschungsreise Seetzens gewidmet, wobei vor allem sein breit gespanntes Forschungsinteresse im Vordergrund steht, darunter auch das Interesse an Sammlungen: Münzen, Gesteine, orientalische Handschriften, endlose Listen mit Wörtern – sie werden in der Ausstellung durch eine Installation präsentiert.

Im dritten Teil wünscht sich Sander, dass die Besucher selbst forschen. „Die Ausstellung inspiriert dazu, wieder einen Blick für die Kleinigkeiten und den Zauber der Natur zu gewinnen“, sagt sie. Dort können also Gesteine oder auch Sterne genauer betrachtet werden.

Antje Sander dankte nicht nur den Förderern, sondern natürlich allen fleißigen Helfern. „Es war ein tolles kollegiales Erlebnis“, sagte sie. „Jeder im Schloss hat mitgeholfen – und jeder von uns war irgendwann vom Seetzen-Fieber gepackt.“


Sehen Sie ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Video

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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