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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Schlossmuseum In Jever: Von Häuptlingen und Katapulten

29.12.2018

Jever Das Schloss Jever steckt noch voller Überraschungen und weckt bei Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander den Forschergeist stets aufs Neue. Derzeit werden der kleine „Fresenturm“ und das Erdgeschoss im Nordflügel renoviert. Feuchtigkeit macht dem alten Gemäuer zu schaffen.

Das Schlossjahr 2019 auf einen Blick

Das Museumsjahr 2019 im Schloss beschäftigt sich mit dem mittelalterlichen Friesland. So sind etwa im Schloss noch Relikte der ehemaligen Burg (rundes Bild) sichtbar.

Das Jahr startet mit einer erneuerten „ständigen“ Ausstellung im Schloss. So sind einige Restaurierungen abgeschlossen und Räume wieder oder neu zugänglich. Geschützkeller und Innenhof sind saniert.


Ab Januar: Spurensuche – Museum und Sammlung
 Ab März: Mit Padstock und Pedale – Unterwegs im Jeverland
 Ab April: Tanzlokale und Diskos: Unterhaltungskultur in der Region
 Ab November: Herrscher und Symbole – 1000 Jahre Münzgeschichte in Jever

Die große Sommerausstellung „Die Zeit der Häuptlinge – Burg und Herrschaft im mittelalterlichen Friesland“ startet am 26. Mai 2019 und endet am 15. Januar 2020. Sie beschäftigt sich mit den Burgen und Kirchen als Herrschaftszentren der Häuptlinge, mit höfischer Kultur und Repräsentation, mit Rechtsprechung, Schriftlichkeit und Bildung, aber auch mit Handel und Seeraub, Kampf und Fehde sowie Tod und Memoria.

Unter dem Titel „very british“ startet am 1. Dezember die Ausstellung über englische Keramik des 19. Jahrhunderts in norddeutschen Stuben.

Hinzu kommen Führungen, Konzerte, Vorträge und Museumspädagogik.

    www.schlossmuseum.de

Bei den Arbeiten wurde auch der Dachboden des Fresenturms unter die Lupe genommen. „Die Feuchtigkeit dringt über das Dach ein“, erklärt Sander. Und dabei hat sie einen erstaunlichen Fund gemacht: Nicht nur, dass die tragenden Balken, die in einen Zwischenboden eingebettet sind, bemalt sind, sondern auch, dass der Zwischenboden unter anderem mit Resten von Ledertapeten verfüllt wurde – das lässt ihr Herz höher schlagen.

„Das ist ganz spannend, einige der Tapetenreste kennen wir, andere haben wir noch nie gesehen. Im Schloss kommen sie heute nicht mehr vor“, sagt sie. Nun sollen die Stücke gereinigt und später ausgestellt werden. Auch die Malereien an den Trägerbalken im Fresenturm sollen noch untersucht werden.

Die Renovierungsarbeiten am Schlossturm und im Innenhof sind indes abgeschlossen. Die Arbeiten am Fresenturm und am Erdgeschoss im Nordflügel sollen 2019 ebenfalls abgeschlossen werden. Dann werden auch Räume neu oder wieder zugänglich gemacht.

Zudem wird ein Raum hinter dem Gobelinsaal mit Ledertapete ausgestattet, die bisher im Erdgeschoss im Raum vor dem Steinsaal hing. Und auch dort ist etwas besonderes entdeckt worden: „Wir konnten einen Backofen freilegen, der hinter Putz und Tapete verborgen war und die Wärme aus dem Kamin des Steinsaals genutzt hat“, sagt Sander.

Die Ausstellung im Schloss startet künftig im Erdgeschoss mit dem Thema Mobilität, außerdem stellt das Schloss-Team seine Arbeit vor. „Insgesamt soll die Vermittlung 2019 wieder mehr im Fokus stehen“, sagt Sander. In den vergangenen Jahren ist viel an der Sammlung und der Infrastruktur gearbeitet worden.

Die große Sommerausstellung 2019 (siehe Infobox) beschäftigt sich mit der Zeit der Häuptlinge, mit Burgen und Kirchen sowie mit ihrer Herrschaft im mittelalterlichen Friesland. „Diese Ausstellung bezieht auch den wieder zugänglichen Geschützkeller ein“, sagt Sander. „Es ist meine Traumausstellung und ich freue mich sehr, dass ich sie endlich realisieren kann.“

Der Geschützkeller gehört noch zu den alten Teilen der früheren Burg. „Von dort aus wurden kleine Kanonen zur Verteidigung der Burg abgeschossen“, weiß Sander.

Geplant ist auch ein großes museumspädagogisches Begleitkonzept unter Einbeziehung von Schulklassen. „Wir wollen ein Turnier mit Geschützen und Katapulten ausrichten, die von Schülern weiterführender Schulen gebaut werden sollen“, erklärt Sander. Eine Jury bewertet am Ende das beste Katapult oder die beste Blide. Eine Blide ist ein besonderes Katapult – das größte und präziseste unter den mittelalterlichen Wurfwaffen. „Mit einer Blide können nicht nur Kugeln, sondern alles mögliche über Burgmauern katapultiert werden“, erklärt Sander. Selbst Spione oder tote Schweine schafften so den Weg über die Mauern.

Spuren der Burg sind übrigens noch heute an einigen Stellen im Schloss sichtbar.

Spuren der deutsch-englischer Verbindungen greift die Winterausstellung im Brexit-Jahr 2019 unter dem Titel „Englische Keramik des 19. Jahrhunderts in norddeutschen Stuben“ auf.

Zufrieden ist Sander mit den Besucherzahlen 2018: Zusammen mit der Mühle kommt das Schloss auf knapp 60 000 – „und das trotz des Bombensommers“.

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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