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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Johann Gerhard Oncken bahnte Zivilehe den Weg

05.06.2010

VAREL Dass Ehen in Deutschland im Standesamt geschlossen werden, hat mit einem Vareler zu tun. Johann Gerhard Oncken (1800 bis 1884) gilt als der Begründer des Baptismus in Europa, und er hielt eine Bindung der Kirche an den Staat für unbiblisch. Lange Zeit kämpften die Anhänger des Baptismus (evangelisch-freikirchliche Gemeinde) darum, dass sie die Ehe nicht vor einem Priester (je nach Landesherr protestantisch oder katholisch) schließen mussten. Die erste Zivilehe in Deutschland wurde 1855 in Varel geschlossen. Der Prediger A.F.W. Haese heiratete Metta Schütte. Erst kurz zuvor war das Gesetz über die Zivilehe im Oldenburger Land verkündet worden. Die Zivilehe löste die staatskirchliche Trauung ab. 1856 wurde die Zivilehe auch in Hamburg eingeführt.

Oncken wurde in Varel geboren und wuchs im Haus der Großeltern auf (an dieser Stelle steht das Geschäftshaus Hruschka, Lange Straße). Er arbeitete in der Gaststätte „Zum weißen Ross“ („Café Victoria“) als Billardjunge, wo ihn ein englischer Kaufmann kennenlernte, der ihn zur Ausbildung mit nach England nahm. Dort lernte er den Glauben der Baptisten kennen. 1824 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er in Hamburg eine Sonntagsschule gründete. 1834 ließ er sich mit sechs anderen Menschen in der Elbe taufen, anschließend wurde die erste Baptistengemeinde gegründet und Oncken ihr Prediger.

Am 20. Juli 1856 gründeten Vareler Baptisten im Hause Schütte in der Mühlenstraße 43 die Vareler Baptistengemeinde, die noch heute besteht und auch als evangelisch-freikirchliche Gemeinde bekannt ist. Oncken, ein unermüdlicher Missionar, weihte 1858 die erste Kapelle der Baptistengemeinde Varel ein. Er starb 1884 in Zürich, wurde in Hamburg beigesetzt.

1954 wurde die frühere Mittelstraße in Johann-Gerhard-Oncken-Straße umbenannt. Außerdem erinnert eine Plakette am Haus Hruschka in der Langen Straße an den Begründer des deutschen Baptismus.

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