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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Streetart: Junge Wilde machen vor keiner Wand halt

21.07.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-07-21T05:24:18Z 280 158

Streetart:
Junge Wilde machen vor keiner Wand halt

Wilhelmshaven/SchortensKarl Marx ist schon da: Würdevoll und in Übergröße sitzt er in der Wilhelmshavener Kunsthalle. Friedrich Engels liegt noch auf dem Rücken daneben, weil man noch nicht so genau weiß, wo er mal stehen soll. Beide sind aus Pappmaché vom Original in Berlin abgenommen und in einer schrillbunten Pop Art-Version nach Wilhelmshaven gereist, um an der wohl ungewöhnlichsten Ausstellung teilzunehmen, die die Kunsthalle je gesehen hat: „Ungeniert/engagiert“ heißt sie.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „ungeniert/engagiert“ zeigt vom 23. Juli bis 24. September in der Kunsthalle Wilhelmshaven alles, was seit rund zehn Jahren unter Street Art oder Urban Art subsummiert wird: Graffiti, Tags, Stencils, Adbusting, Murals, Installationen, Roll-Ons, Cut-Outs, Poster, Collagen, Knitting, Sticker, Tapes etc.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 23. Juli, um 11.30 Uhr von Michael Diers, Dr. Jürgen Fitschen, Uwe Wohlmacher, Caro Eickhoff und Straßenmusik von Majanko Bauer.

Geöffnet ist die Kunsthalle dienstags von 14 bis 20 Uhr sowie mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, montags ist geschlossen. Der Eintritt kostet 3 Euro.

Die eigentliche Party findet bereits lange vor der Eröffnung am Sonntag, 23. Juli, statt: Zwischen hunderten Spraydosen in allen Farben, Aluleitern und sonstigen Utensilien bringen 16 Künstler ihre Werke auf die Wände der Kunsthalle.

Ja, direkt auf die Wand. Selbst die Sichtbetonwände der Kunsthalle bleiben nicht verschont: Die Street Art- Künstlerin Ale Senso hat dort ein beeindruckendes fotorealistisches Bild angebracht, das beide Seiten der Wand einbezieht. Eine Person, die durch den Beton hindurchsteigt. Der Beton soll die Stadt symbolisieren, die ihre Kinder frisst.

Einen riesigen Greifvogel und eine nächtliche Szene auf einem Bahnhof mit der guten alten Nordwestbahn bringen die Künstler „Wort G Wand“ – Thorben Schiel und Thorben Ide – an die Wand. Sie sind seit längerem mit ihren bemalten GEW-Trafohäusern im Stadtbild von Wilhelmshaven präsent. A Apropos international: Einer der beiden hat seine Wurzeln in Schortens.

Eine bunte Mischung aus Berlin und Wilhelmshaven ist hier am Werk. Auch die Ereignisse des G 20-Gipfels in Hamburg werden thematisiert. Der Künstler „Yeti“ hat dazu einiges zu sagen.

„Geflasht“ lautet wohl das Wort, das einem einfällt, wenn man die Kunsthalle betritt. Und das ist auch bei den Organisatoren zu spüren. Völlig begeistert ist Caro Eickhoff. Sie schreibt einen Blog zu Streetart (www.taz.de/streetart), hat die Kontakte hergestellt und einige der Besten der Hauptstadt geholt.

Auch Kunsthallen-Leiter Dr. Jürgen Fitschen läuft nur noch mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch das vermeintliche Chaos. „Diese Kunsthalle ist optimal für eine solche Ausstellung. Gebaut als Raum mit verschiedenen Ebenen und unverputztem Mauerwerk haben wir eine ideale Atmosphäre, um Street Art zu präsentieren“, sagt er, und: „Schon diese Woche, in der die Arbeiten entstehen, ist ein ganz besonderes Ereignis.“

Falls sich jemand Sorgen macht: Die Kunsthalle wird hinterher wieder so hergerichtet, wie sie vorher war: Die Sichtbetonwände sind mit Folie überzogen.

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