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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Regionalgeschichte: „Kanzler des Königreichs“ wird wieder lebendig

31.12.2016

Neustadtgödens Er war „Kanzler des Königreichs“ Münster, überlebte die 16-monatige Belagerung der Stadt, wurde in Oldenburg aufgenommen und gründete Neustadtgödens: Heinrich Krechting, 1580 in Dykhausen gestorben, war eine schillernde Persönlichkeit.

Ihn lässt Werner Kleinschmidt, Gästeführer der Gemeinde Sande, im neuen Jahr wiederauferstehen. Er ist vor zehn Jahren ins Kostüm von Graf Burchard Philipp zu Frydag geschlüpft, es folgten der jüdische Lehrer Simon Rosenstein, der Führer in den Nationalpark Wattenmeer bei Cäciliengroden und der Bunkerführer am „Monte Pinnow“ beim Sander Bahnhof.

Nun nimmt sich der Steinhausener Heinrich Krechting vor, einst radikaler Führer der Täuferbewegung in Münster. An ihn erinnern in der St. Jakobi-Kirche sein Grab und eine Stele. Anlass ist das Reformationsjubiläum, dem im Museum im Landrichterhaus ab 23. März mit Beginn der neuen Saison eine besondere Ausstellung gewidmet wird.

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Zurzeit blättert Kleinschmidt in alten „Wälzern“ mit Aufzeichnungen über Krechting, um sich gedanklich mit dessen Leben zu befassen, damit er bei Führungen möglichst authentisch wirkt. Ob seine Führungen neben Neustadtgödens auch das Schloss Gödens und Dykhausen einbeziehen werden, muss noch entschieden werden. Gemeinsam mit Ehefrau Gunda, die Kleinschmidts aufwendige und alten Vorlagen nachempfundenen Kostüme selbst näht, wurde Stoff in rot/lila und ein Fellbesatz ausgesucht und gekauft.

Für den Hut in gleicher Farbe sind eine geflochtene Soutache und eine lange Straußenfeder vorgesehen. An einer großen „goldenen“ Halskette hängt ein Dreiblatt aus Ilexblättern, das von einem Künstler geschnitzt worden ist. Zu den bereits vorhandenen Insignien gehört auch ein kurzer Dolch.

Inzwischen hat Kleinschmidt die Anprobe des fertigen Kostüms hinter sich.

Der 1501 in Schöppingen/Westfalen geborene Krechting war dort 1931 Bürgermeister, ein Jahr später Richter und Vorsitzender des größten münsterischen Gogerichtes. Als er 1534 jemand verhaften sollte, versagte er dem Bischof den Dienst und flüchtete mit vielen Mitbürgern nach Münster, wo sein Bruder Prediger der Täufer war. Er wurde „Kanzler des Königreichs“ und war während der 16-monatigen Belagerung der Stadt für Ordnung verantwortlich.

Am Schluss wehrte er sich mit einigen hundert Überlebenden in einer Wagenburg auf dem Prinzipalmarkt, bis den Täufern bei Abgabe ihrer Waffen freies Geleit gewährt wurde. Die Täufer wurden von Graf Anton I. in Oldenburg aufgenommen, 1538 aber des Landes verwiesen. Nur Krechting durfte bleiben und fand Aufnahme in Gödens.

Hier wurde er Landrichter in Neustadtgödens, „rechte Hand“ der Gräfin Hebrich von Oldersum, konvertierte zurück zum reformierten Glauben, leitete die Armenkasse an der Dykhausener Kirche, gründete Neustadtgödens und war dort am Bau des Hafens verantwortlich beteiligt. Zwei Nachfahren Krechtings wurden Bürgermeister in Bremen.

Ungeklärt blieb Werner Kleinschmidt bei seinen Nachforschungen, wie ein aus 1700 stammender Kirchenstuhl der reformierten Familie Krechting in die lutherische Kirche Bockhorn kam. Vermutlich wurde er nach einem Bombenschaden an der Dykhausener Kirche im Zweiten Weltkrieg nach Bockhorn gebracht, um dort mit einem schon vorhandenen Kirchenstuhl eine symmetrische Einheit zu bilden.

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