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NWZonline.de Region Friesland Kultur

PREMIERE: Klappern mit der Klütensopp

14.01.2008

NEUENBURG Da braut sich einiges zusammen bei der Familienfeier. Das spürt der Zuschauer gleich. Zu steif die Atmosphäre eingangs, zu angespannt sind die Protagonisten beim fröhlichen Anlass. Synchron klappern die Löffel in der Klütensopp. Die Hausfrau muss gerade noch mit anhören, wie über die Suppe gelästert wird (dabei ist eine andere Person gemeint). Missverständnisse, Andeutungen, Zweideutigkeiten und Anzüglichkeiten – eine ganze Palette von (klein-)bürgerlichen Verhaltensweisen und Zwängen kommen da auf den Tisch.

Später sind die Reaktionen um so enthemmter, als Sluck un Beer die Zungen lösen. Und immer wieder geht es auf den Jungen, dessen Ehrentag ja gefeiert werden soll. Doch der bekommt immer „Swieg still, Jung“ zu hören, wenn er etwas beitragen möchte.

Die gleichnamige Komödie von Fitzgerald Kusz hat Gudrun Oeltjen-Hinrichs für das Niederdeutsche Theater Neuenburg inszeniert. Und um es gleich vorweg zu sagen: Da ist ihr etwas Großartiges gelungen. Eine geschickte Besetzung, ein interessanter Stoff und eine Menge zum Lachen. Volksstück nennen die Neuenburger Theatermacher das Genre, dabei ist es eindeutig eine Komödie, auch wenn bei manchen Witzen einem das Lachen im Halse stecken bleibt, erkennt man doch genug von sich selbst oder eigenen Erfahrungen.

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Fünf Bilder hat die Regisseurin in Szene gesetzt, und in allen Bildern spielt das Essen eine Rolle, klar, wir sind ja in den 60er-Jahren. Der Krieg ist noch in wacher Erinnerung, Essen und Feiern sind wichtige Bestandteile – des Vergessens. Mudder Grete (Inge Misegades-Kroll, bestens aufgelegt) hat groß aufgetischt. Es gibt Braten, Klöße, Gemüse, Salat. Da bölken die Männer schon nach Bier, die hagere Tante Anna (Ines Backermann, großartig spröde und verhärmt) verdrückt unglaubliche Portionen, während Tante Gerda (Anke Lammers, bestens verkniffen) zum Missfallen der übrigen am Tisch von Diäten spricht. Vadder Hans (Dieter Trey, bestens verschlossen) und Onkel Willi (Wilhelm Wilken, bestens übellaunig) halten sich an die Getränke, nach Bier kommt Hochprozentiges, der „Bohnenkaffee“ wird abgelehnt – wohl wegen der ernüchternden Eigenschaften. Unterm Pantoffel steht Onkel Manfred (Lutz Bode, bestens „unterdrückt“), der der jungen Hannelore (Insa Fröhlich, in bester Fräulein-Manier)

Avancen macht. Nur einer kommt nicht zum Konfirmanden (Rene Kroll, als „Bub“ einfach klasse), der Pastor. Das betrübt Mudder Grete, die übrigen nicht ganz so sehr. De hett sülvst Schuld, de Pastoor. Gibt es doch Braten und Frankfurter Kranz, später Herzhaftes, dann wieder Kuchen und ganz zum Schluss Knabbergebäck. Beim Knabbergebäck liegen die Nerven der Konfirmationsgesellschaft schon blank, während bei den Würstchen mit Kartoffelsalat die Erinnerung an Krieg und Nazi-Zeit hochkommen und wieder heruntergespült werden (brillant: Wilhelm Wilken, es läuft einem kalt den Rücken herunter).

Schließlich wird zwischen Vadder Hans und Mudder Grete auch der Streit vor versammelter Gästeschar ausgetragen. Doch irgendwie kommt es zum Abschluss, und die Gesellschaft verabredet sich – zum Sonntagsbraten bei der spröden Anna.

Zahlreiche Helfer

Autor: Fitzgerald Kusz

Niederdeutsch: Walter A. Kreye, Aufführungsrechte Verlag der Autoren, Frankfurt

Regie: Gudrun Oeltjen-Hinrichs, Regie-Assistenz: Dana Zimmer

Bühnenbild: Hermann Hinrichs

Spieler: Gretel, die Mudder: Inge Misegades-Kroll; Hans, der Vadder: Dieter Trey; Fritz, der Konfirmand: René Kroll; Onkel Willi: Wilhelm Wilken; Tante Anna: Ines Backermann; Gerda, Freundin von Gretel: Anke Lammers; Manfred, Gerdas Mann: Lutz Bode; Hannelore, Kusine: Insa Fröhlich

Souffleuse: Rita Wilksen Inspizienz und Requisite: Anette Haupt-Koch, Silke Köhler-Behrends, Erich Koch und Helma Lübben; Maske und Frisuren: Ingeborg Gertler, Hannelore Habben, Petra Weidhüner Fundus: Gabi Uphoff, Anette Haupt-Koch, Silke Köhler-Behrends

Schneiderei: Waltraud Blenke, Brigitte Bohlen, Brunhilde Rickels, Brigitte Watermann

Technik und Beleuchtung: Hinrich Frerichs, Ewald Meine, Diedrich Schweer Bühnenbau: Erwin Goesmann, Harry Heine, Hermann Hinrichs

Bühnenmalerei: Willi Egenhoff, Erwin Goesmann

Weitere Aufführungen am 15., 17., 18., 20., 21., 23., 25., 26. und 29. Januar jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 27. Januar, um 16 Uhr: Karten: Tel. 04452/918073.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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