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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Maritimes: Kleiner Bruder der „Gebrüder“

20.07.2017

Carolinensiel Jedes noch so kleine Detail sieht aus wie das Original. Nicht einmal die Toilette fehlt. Darauf haben Karl-Heinz Berger und sein Freund Werner Sarodnick ganz genau geachtet. Beide waren stolz auf ihr Ergebnis. Dann ist Werner Sarodnick verstorben – doch seine Leidenschaft zum Modellbau wird jetzt in Carolinensiel in Ehren gehalten.

Karl-Heinz Berger aus Lübbenau und sein Freund Werner Sarodnick haben je ein Modell des Museumskutters „Gebrüder AZ:5“ des Sielhafenmuseums in Carolinensiel gebaut. Von 2010 an hatten sie zwei Jahre lang an der Nachbildung gearbeitet.

Verrückt nach Modellbau

„Schon als kleines Kind habe ich Modelle gebaut“, erzählt der bald 75-jährige Karl-Heinz Berger. „Darunter bestimmt schon zehn Schiffsmodelle, dazu kommen aber unter anderem auch mehrere Flugzeugmodelle.“ Genauso sein Freund Werner Sarodnick. „Er war genauso verrückt wie ich.“

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das Originalschiff

Die Gebrüder AZ:5 ist 1929 als Segelkutter in Oldersum gebaut worden. Anfang der 90er Jahre wurde der Kutter außer Dienst gestellt. Das Sielhafenmuseum und eine Gruppe von zusammengewürfelten Schiffs-Interessierten haben das Schiff dann nach Carolinensiel geholt und es komplett restauriert. Dort, wo jetzt der Parkplatz des Museums ist, wurde es erneuert. Alles musste ersetzt werden, nur einige wenige Teile konnten bleiben – original sind etwa die Planken.

Seit 2003 werden Fahrten mit dem Schiff angeboten. Bis zu 20 Personen finden darauf Platz. Fünf Stunden dauert eine Fahrt. Zu Beginn wird gesegelt, auch Schaufischen und – wenn möglich – Seehundbänke angesteuert. Im Fokus steht aber das Übermitteln der traditionellen Schifffahrt mitsamt Segelsetzen.

Mehr Informationen zum Museum mit dem neuen Modell, den Fahrten sowie der Stiftung gibt es unter Tel. 04464/86 930 und im Internet   www.dshm.de

Und Berger hat noch ein weiteres Interesse: er fährt gern mit seiner Frau nach Neuharlingersiel und Carolinensiel in den Urlaub. Und genau da passierte es auch: „Ich stolperte über die Gebrüder in Carolinensiel. Und sofort dachte ich: ,Mensch, das könntest du bauen.‘“

Leider war das Schiff gerade nicht zugänglich. Doch Berger wollte es unbedingt nachbauen – so informierte er sich im Sielhafenmuseum über den Kutter, ließ sich sogar Baupläne aushändigen. Später fuhr er dann auch noch auf dem Schiff mit, das regelmäßig Rundfahrten anbietet. „Ich musste schließlich jede Einzelheit fotografieren.“

Zu Hause angekommen, bauten er und sein Freund beide exakt das gleiche Modell. Maßstab: 1 zu 15. Das Material: überwiegend Birnbaum- und und Ahornholz. Für die Segel verwendeten die Männer wasserfestes Drachentuch. „Denn eigentlich wollten wir die Schiffe tatsächlich ins Wasser lassen. Gern lasse ich sie durch Seen fahren“, sagt Berger.

Pfingsten vor fünf Jahren war es dann so weit: beide Schiffe bekamen eine richtige Schiffstaufe. „Aber dann, ganz plötzlich, verstarb mein Freund nur wenige Tage später. Ich kann immer noch nicht begreifen wieso – ihm fehlte nichts.“

Ein Freundschaftspreis

Eigentlich sollte das Modell dort bleiben, wo es auch gebaut wurde. „Aber einige Jahre später half ich der Frau meines verstorbenes Freundes, sein Zimmer auszuräumen. Und sie erlaubte mir, das Modell weiterzugeben.“

Und so geriet das Modell schließlich in die Hände von Heike Ritter-Eden, der Leiterin des Sielhafenmuseums in Carolinensiel. Zu einem Freundschaftspreis hat die Stiftung des Museums das Modellschiff erworben. „Wir sind sehr beeindruckt, dass wir dieses Modell bekommen konnten“, betonte Sibo Lübben vom Vorstand. „Wir haben dafür nicht mal den Materialwert bezahlt. Und dabei steckt so viel Arbeit darin.“

Auch der Schiffsführer der echten „Gebrüder“ freut sich über die Modellausgabe seines Schiffs. „Es sieht wirklich genauso aus“, sagte er. Wobei das Original inzwischen einige Male erneuert werden musste und heute die eine oder andere Sache anders aussieht. Dennoch: Meppen ist begeistert.

Nun wird der Schiffsmodellbauer der „Gebrüder“ auf diese Weise in Ehren gehalten, betonte Stiftungsmitglied Lübben. „Aber es gibt auch einfach keinen besseren Platz für das Modell“, fügte Modellbauer Berger hinzu. „Das ist eine letzte gute Tat, die ich für meinen guten Freund tun kann.“


Sehen Sie ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
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Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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