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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Kopfbedeckungen sind kein alter Hut

22.02.2017

Jever Jeder Jeveraner kennt das Bildnis von Fräulein Maria, auf dem die Herrscherin des Jeverlandes den Betrachter mit einem unnahbaren Mona-Lisa-Blick ansieht und eine weiße Haube trägt. Doch was hat es mit dieser Kopfbedeckung eigentlich auf sich? Ist sie Teil einer Tracht, oder gar Ausdruck von Autorität und Macht?

Der Hut als Standpunkt

„Weder noch“, sagte die Leiterin des Schlossmuseums Jever, Prof. Dr. Antje Sander, bei einem kurzweiligen Abend rund um das Thema Hüte und Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit im Steinsaal des Schlosses. Die Haube war damals, Mitte des 16. Jahrhunderts einfach „in“, sie war modern. Und Maria war eine moderne Frau.

Stichwort „FrauenOrt“ Jever

Seit 20. Februar 2016, dem 441. Todestag der legendären Regentin Fräulein Maria (1500 bis 1575), gehört Jever zu den „FrauenOrten in Niedersachsen“.

Mit der Initiative „FrauenOrte“ will der Landesfrauenrat Leben und Wirken historischer Frauenpersönlichkeiten lebendig und bekannter werden lassen. Frauengeschichte und Frauenkultur sollen dadurch einen festen Platz in kulturtouristischen Angeboten erhalten.

   

   www.maria-von-jever.de

Rund 40 Frauen hatten sich ihre Lieblingshüte aufgesetzt und waren zu einem kurzweiligen Abend ins Schloss gekommen. „Hut ab vor Maria von Jever“ war der Abend überschrieben, eingeladen hatte das Team „Frauen­Ort“ gemeinsam mit Schloss, dem Lions-Club und den Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis.

Ein Jahr zuvor hatte ein Team von Frauen aus Vereinen, Gruppen und Organisationen den „FrauenOrt“ Jever gegründet – eine landesweite Initiative, die Orte, an denen Frauen zu ihrer Zeit besonderes bewirkt haben, in den Mittelpunkt stellt. Natürlich ist auch Jever solch ein FrauenOrt – mit einer Regentin wie Maria von Jever.

Doch es ging gar nicht nur um Maria und um ihre Hauben und Hüte. Es ging um die Kopfbedeckungen an sich. Antje Sander, die auch ein paar Museumsstücke mitgebracht hatte, ging kurz auf Kopfbedeckungen und ihre Aussagen ein. Die konnten religiös oder politisch sein, waren Ausdruck von Wohlstand und Weltoffenheit oder waren einfach nur praktisch und notwendig, um sich vor Wind und Wetter zu schützen oder sich bei der Arbeit auf dem Feld keinen Sonnenstich zu holen.

Neue Freiheiten

Es ging an dem Abend aber auch um die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als Frauen die alten Hüte buchstäblich beiseite legten, sich Freiheiten erkämpft haben, das Haar offen trugen und neue Freiheiten erlebten.

Viele Teilnehmerinnen erzählten eigene Hut-Geschichten. Anke Dirks vom „FrauenOrt“-Team las eine Episode aus dem Buch „Die Hutmacherin“ vor, Antje Sander ihre Lieblingsgeschichte von Autorin Christine Nöslinger, in der es ebenfalls um einen wundervollen Hut ging. Mit dabei auch die Teilnehmerinnen des museumspädagogischen Projekts „Starke Frauen – mutige Mädchen“ und Modistin Monika Niemeyer, die in die Geheimnisse der Hutmacherei einführte.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.youtube.com/nwzplay 
Video

Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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Frauenort | Erster Weltkrieg

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