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NWZonline.de Region Friesland Kultur

VORTRAG: Langwieriges Auf und Ab der plattdeutschen Kultur

31.01.2006

VAREL VAREL - Der Heimatverein hat sich das Plattdeutsche (Niederdeutsch) auf die „Fahne“ geschrieben und viele seiner Mitglieder und Anhänger offenbar auch. So war der Vortrag von Heddo Peters aus Esensham über die lange und wechselvolle Geschichte dieser Sprache trotz des grimmigen Wetters sehr gut besucht. Sie alle wollten Näheres wissen über den mehr als 1200 jährigen Verlauf:

Die Anfänge liegen im 8. Jh., dem Ende der Völkerwanderung. Abgesehen davon, dass die meisten Menschen weder lesen noch schreiben konnten, war Latein die amtliche Schriftsprache. Sie wurde von Mönchen verfasst. Das Christentum war speziell im Norden Deutschlands kaum verbreitet. Ludwig der Fromme, Sohn von Karl dem Großen, wollte aber gerade diese Menschen erreichen. Das von ihm übersetzte neue Testament in die altsächsische Sprache – der Heliand – ist somit als Ursprung der niederdeutschen Sprache anzusehen.

Mit dem Niedergang des Rittertums in 13.Jh. erfolgte ein kultureller Aufstieg der Städte. Es gab unterschiedliche Sprach- und Dialektformen, aber Latein war weiterhin Verkehrs-, Handels- und Schriftsprache. Der von Eike von Repgow verfasste Sachsenspiegel war das bedeutendste und älteste Rechtsbuch des Mittelalters. Zunächst in Latein geschrieben, wurde es vom Autor selber in die niederdeutsche Sprache übertragen. Und während der Blütezeit der Hanse war das Niederdeutsche weit verbreitet.

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Luthers kleiner Katechismus wurde 1599 in Oldenburg in dass Niederdeutsche übersetzt. Bis ins 15.Jh. hinein gab es eine klare Zweiteilung: Hochdeutsch im Süden, Niederdeutsch im Norden. Das sollte sich ändern: Das Reichskammergericht zu Speyer sprach römisches Recht – geschrieben in Latein und Hochdeutsch. Der Niedergang der Hanse – das Lübecker Niederdeutsch hatte ausgedient.Durch die Erfindung des Buchdrucks 1450 setzte eine kulturelle Bewegung ein, die in Hochdeutsch verbreitet wurde. Mit Luthers Bibelübersetzung wurde nun auch in den Kirchen Hochdeutsch gesprochen. Dies wirkte sich auch auf die Literatur aus. Ab 1550 wurde nicht mehr in Niederdeutsch geschrieben, es wurde die Sprache der Bauern, Narren und Tölpel. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erfolgte eine Rückbesinnung auf alte Werte. Der von Klaus Groth verfasste Quickborn (1852) mit seinen im Sinne der Romantik geschriebenen Gedichte und Verse veranschaulicht dies deutlich. Wohl jeder

Plattdeutsch-Liebhaber kennt das wehmütige Gedicht „Min Jehann“. Meisterhaft humorvoll sind die Geschichten und Verse von Fritz Reuter (1810-1874). Es setzte eine neue Begeisterung für die plattdeutsche Sprache ein. Die Autoren schrieben gefühlvolle, wehmütige Kindheitserinnerungen und humorige Anekdoten über das dörfliche Leben. Es gibt jedoch kaum plattdeutsche Werke über die Weltkriege und die Judenverfolgung. Plattdeutsch ist wieder einmal abqualifiziert. In den Städten oder Schulen wird die Sprache kaum gepflegt. Dabei hatte gerade Varel mit Gerd Lüpke (1920 – 2002) einen Heimatdichter, der sich auch zeitkritisch auseinander setzte.

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