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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Legenden bringen Publikum zum Lachen

09.05.2011

SCHORTENS Zwei Ostpreußen stehen auf der Bühne. Das ist nicht der Grund, warum so viele Zuschauer gekommen sind, aber es zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend. Doch Herkunft und ostpreußischer Dialekt sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten, die Ingo Insterburg und „der Black“ haben. Beide vertreten eine aussterbende Unterhaltungsgattung, das musikalisch-politische Klamauk-Kabarett, beide hatten ihren Karrierehöhepunkt in den 1970er Jahren und beide waren früher mit anderen Partnern unterwegs. Doch die „Insterburger“ haben sich längst getrennt und „Schobert“ ist sogar schon tot.

„Schobert und Black“ und das Quartett „Insterburg & Co.“ konnten in einem Atemzug genannt werden, da liegt nahe, dass die beiden übriggebliebenen zusammenarbeiten. Überraschend war, dass sie zwar „zusammen, aber nicht gemeinsam“ auftreten, wie Insterburg es formulierte.

Black begann mit eher nachdenklichen politischen Liedern, die er zur Gitarre sang, kam von den alten Römern („Geld stinkt nicht“) zu aktuellen Themen wie Nacktscannern. Zwischendurch heitert er das Publikum mit Limericks auf. Sein Credo findet im Stück „Die Freiheit“ ihren Ausdruck und mit dem Bekenntnis „ich fürchte, unsere Gier bringt uns noch um“, beendet er seinen ersten Teil.

Ingo Insterburg präsentiert Mozarts „kleine Nachtmusik“ auf der „Wimmergeige aus dem Luftschutzkeller“. Sofort zeigen sich seine Markenzeichen: Insterburg kann auf praktisch allem, was Geräusche von sich gibt, Musik machen. Doch die halbierte Geige mit nur einer Saite hat einen ernsten Hintergrund: Bombenangriff, Krieg und Vertreibung. Ingo Wetzkers erste Geige ging dabei zu Bruch. Über Bernburg kam er nach Berlin und machte den Namen seiner Heimatstadt zum Künstlernamen: Insterburg.

Im Anschluss an die wilden Zeiten „in dem glücklichen Zeitfenster, in dem es die Pille schon gab, AIDS aber noch nicht“, als Insterburg & Co Erfolge feierten, widmete Ingo Insterburg sich zunehmend musikalischen Visionen, an denen sich jetzt auch das Publikum in Schortens erfreuen durfte.

Er spielt fast jedes Instrument, manche sogar virtuos, erfindet ständig neue und ist bemüht, so viele wie möglich gleichzeitig zu spielen. Drei schafft er problemlos: Mit einem Fuß sein „Tenor-Schlagzeug“, mit Hand und Fuß Gitarre und mit der zweiten Hand ein Blasinstrument. Setzt er es ab, singt er tiefgründige Texte. Zum Beispiel die makabren Raucherlieder: „Du sollst dich nicht mit Rauchern streiten, schließ Frieden mit den Todgeweihten“, um dann nachzulegen, „aus pädagogischen Gründen muss ich das machen“.

Viele Besucher kannten die Künstler von früher, das zeigte sich spätestens beim Klassiker „Ich liebte ein Mädchen in …“, wo die Zuhörer fast textsicherer waren als Insterburg selbst. Auch „der Black“ zeigte sich noch einmal musikalisch, ambitioniert und sympathisch. Die beiden Altmeister ergänzten sich gut. Nur dass sie sich nicht entschließen konnten, ein einziges Lied gemeinsam zu singen, war ein wenig enttäuschend.

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