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NWZonline.de Region Friesland Kultur

MENSCHEN RADIOTECHNIKER AUS SANDE SCHREIBT BUCH ÜBER DIE GESCHICHTE DER UHER-WERKE: Leidenschaft für drehende Spulen

31.05.2008

Diese NWZ-Serie stellt Menschen vor, die ein außergewöhnliches Hobby betreiben.

HiFi-Technik „made in Germany“ der 1950er bis 90er Jahre fasziniert Peter Remmers aus San-de. Ein ganz besonderes Faible hat er für Tonbandgeräte.

Von Oliver Braun

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Sande Telefunken, Nordmende, Saba, Dual – alles Hersteller von Radio- und Fernsehgeräten, die bei HiFi-Freunden bis in die 1980er Jahre einen sehr guten Klang hatten. Und alles geschichtsträchtige Markennamen, die heute buchstäblich von der Bildfläche verschwunden sind oder in denen nun zumeist Billigtechnik aus Fernost steckt. Oder die als Edelmanufaktur nur noch Kleinserien produzieren.

Einem dieser klangvollen deutschen Hersteller hat sich Peter Remmers (62) aus Sande intensiv gewidmet: Der Firma Uher, die in München lange Jahre hochwertige Tonbandgeräte für den Hausgebrauch an der heimischen Stereoanlage, aber auch für den professionellen Einsatz als Arbeitsgerät für Reporter oder im Tonstudio produzierte.

Mit großer Akribie hat Remmers für sein Buch, das er zusammen mit Andreas Flader (41) aus Witten geschrieben hat, die Geschichte dieser Traditionsfirma und ihrer Tonbandgeräte recherchiert und sein Buch ergänzt mit umfangreichem Bildmaterial, mit Beschreibungen vieler Uher-Geräte samt Zubehör und der Vorstellung nie verwirklichter Prototypen. Der Bogen spannt sich von bescheidenen Anfängen des Unternehmens in den 1950er Jahren bis zum Niedergang in den späten 1990er Jahren. Das Buch ist nun für 30 Euro im Buchhandel erhältlich.

Aber warum ausgerechnet Uher? „Es ist zum einen die ungebrochene Begeisterung für Tonbandgeräte und die Leidenschaft für die drehenden Spulen“, sagt Remmers und setzt eines seiner vielen bejahrten Geräte in Gang – die Beatles tönen aus den Lautsprechern. „Es ist zum anderen aber auch die Faszination für das Zusammenspiel von präziser Mechanik und hoch entwickelter Audio-Elektronik“, sagt Remmers.

Der Mann muss es wissen, schließlich ist er Radio- und Fernsehtechniker, lernte seinen Beruf in den frühen 1960er Jahren in einer ingenieurgeführten Philips-Vertragswerkstatt in Wilhelmshaven. Hier lernte er auch die Qualitäten der Firma Uher kennen und schätzen. Die waren so gefragt, dass selbst Stars wie John Lennon oder auch Herbert von Karajan ein halbes Jahr auf ihr Exemplar warten mussten.

Schon früh war Remmers begeisterter Radiobastler und sparte sich eisern zehn Lehrlingsgehälter zusammen, um eines der damals hippen tragbaren Tonbandgeräte von Uher kaufen zu können. Stereoanlagen im Auto gab’s noch nicht, aber Remmers wusste, wie er seine Bandmaschine ans Autoradio anklemmen konnte und so immer die tolleren Hits dabei hatte als seine Kumpels: „Damit konnte man die Mädchen damals schwer beeindrucken.“

Sein Buch ist mehr als die Geschichte einer Firma, die letztlich an der Ignoranz gegenüber der neuen Technik aus Japan, dem ausschließlichen Festhalten am Fachhandel und der Konzentration auf nationale Kundenbedürfnisse gescheitert war. Es ist auch eine Liebeserklärung an die Wirtschaftswunderjahre und an deutsche Ingenieurskunst.

Etliche Bandmaschinen und andere topgepflegte HiFi-Oldtimer hat Remmers in Betrieb, legt aber auch gerne mal eine CD auf. Ein bisschen trauert er dem Niedergang der Schallplatte hinterher: „MP3s? Damit kann ich nichts anfangen“, sagt Remmers. „Ich kann mich nur an richtigen Tonträgern erfreuen – es geht nichts über den warmen analogen Klang von Platte oder vom Band.“

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