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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Loblied auf Fräulein Marias untadeligen Charakter

10.07.2014

Jever Die Verehrung von Fräulein Maria, legendäre Regentin des Jeverlands, begleitet bis heute die Geschichte der Stadt. In der ersten „Oldenburger Chronik“ (Oldenburgisch Chronicon) von Hermann Hamelmann, die 1599 erschien, steht ein Gedicht „auf Maria von Jever“. Ihre Übersetzung der zeitgenössischen Hommage auf Latein von Hamelmann stellte Dr. Bettina Meitzner am Dienstag in der Bibliothek des Mariengymnasiums vor. Ihr Vortrag war lebendig unterhaltsam und doch wissenschaftlich orientiert.

Das dem Gedicht vorangestellte Porträt Marias dürfte die Vorlage für das Mariendenkmal am Alten Markt gewesen sein. Meitzner erinnerte daran, dass Maria 1573 mit der Jeverschen Lateinschule das heutige Mariengymnasium stiftete.

Hamelmanns Oldenburgisches Geschichtswerk enthält ca. 50 Gedichte und Porträts von Regenten, die mit dem Oldenburger Fürstenhaus in Verbindung standen. Allerdings sind die meisten Gedichte sehr viel kürzer als das für Frl. Maria, was die Wichtigkeit von Maria hervorhebt, mutmaßt Meitzner.

Seine Textgestaltung hat Hamelmann an den Stil des römischen Lyrikers Horaz (65 bis 8 vor Christus) angelehnt.

In der Präsentation stellte Meitzner die zehn Strophen des Gedichts in Lateinisch und Deutsch auf der Leinwand gegenüber.

Entsprechend der antiken Konvention begründen die ersten beiden Strophen und die letzte Strophe die Themenwahl, der am Schluss ein Musenaufruf folgt. Hamann hebt, so Meitzner, Fräulein Marias untadeligen Charakter hervor und in der Nachzeichnung ihres Lebens findet auch die ständige Bedrohung aus dem Westen durch die Ostfriesischen Fürsten ihre historische Berücksichtigung. Die Entscheidung von Fräulein Maria, das Jeverland den Oldenburgern zu vermachen, und die Anerkennung ihres Testaments von Kaiser Karl V. erfährt in dem Gedicht seine Würdigung.

Pfarrer Hermann Hamelmann, der sich 1553 in Kamen öffentlich zum reformierten Verständnis des christlichen Glaubens bekannte, wechselte im Zuge der Auseinandersetzungen der Reformation häufig seinen Wirkungsort. Er reiste viel umher, ehe er 1573 nach Oldenburg kam, wo er als Hauptpastor der Lambertikirche und Superintendent der Grafschaft Oldenburg bis zu seinem Tod tätig war.

Hamelmann verfasste zahlreiche Schriften, die für die Kirchen-, Regional- und Lokalgeschichte sowie die Genealogie bis heute von Bedeutung sind und zu der auch die Kirchenordnung des Oldenburger Landes zählt. Hermann Hamelmann gilt durch den Erlass der ersten oldenburgischen Kirchenordnung, zugleich auch Schulordnung, von 1573 als einer der Vordenker und Begründer des Volksschulwesens.

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