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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Maschinen gegen Staffelei getauscht

07.07.2010

VAREL Die Landschaftsmalerin Olga Potthast von Minden (1869 bis 1942) hat in Varel und im Oldenburger Land einen ausgezeichneten Ruf. Einer ihrer Lehrer, Julius Preller aus Varel, ist dagegen nur noch einem interessierten Fachpublikum bekannt. Freilich sind Arbeiten beider Vareler Künstler im Bestand des Vareler Heimatarchivs.

Preller (20. Dezember 1834 bis 17. Dezember 1914) hatte vor seiner künstlerischen Betätigung eine ingenieurswissenschaftliche Karriere gemacht. Geboren in Offenbach, wuchs er als Sohn eines Buchhändlers auf. Die Familie lebte zunächst in Offenbach, später in Mainz. Preller beugte sich dem Wunsch der Familie und studierte Maschinenbau in Darmstadt.

Direktor des Werks

1857 trat er als Ingenieur ins Eisenwerk Varel ein und wurde 1865 nach deren Umwandlung in eine Aktiengesellschaft für Maschinenbau und Eisenindustrie deren Direktor. 1859 heiratete er Auguste Elisabeth Nolte (1832 bis 1922) aus Hamburg. 1859 wurde auch Tochter Agnes geboren. Es blieb das einzige Kind der Eheleute.

In der Freizeit und in seinen Ferien widmete er sich intensiv der Malerei und der Zeichenkunst. Zur Vervollkommnung und Beurteilung seiner Kunst reiste er zur Berliner Akademie.

1884 gab Preller seine Tätigkeit im Eisenwerk auf und widmete sich ausschließlich der Kunst. Auch beherbergte er in seinem Haus Marienlustgarten 5 (heute ein liebevoll und sorgfältig restauriertes Baudenkmal) andere Künstler. Unter anderem logierte dort Theodor Storm, dessen Sohn Karl an der Realschule Lehrer war. Ab 1885 reiste Preller auch, unter anderem nach Skandinavien, in die Schweiz, nach Griechenland und in die Türkei. Kunsthistoriker ordnen ihn ein in eine Reihe mit den Oldenburger Landschaftsmalern Ludwig Strack, Ernst Willers und Richard tom Dieck.

Oldenburger Motive

Preller suchte seine Motive in der oldenburgischen Landschaft, Lieblingsmotive waren der Neuenburger Urwald, der Mühlenteich bei Obenstrohe, die Landschaft um den Jadebusen, das Zwischenahner Meer mit dem Kurort und Dreibergen. Er gilt als Vertreter des Oldenburger Spätklassizismus. Die Kunsthistorikerin Elfriede Heinemeyer schreibt dazu im „Biographischen Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg“: „In seinen Arbeiten spiegelt sich die schon von Wilhelm von Schadow erhobene Forderung nach genauer Naturbeobachtung verbunden mit einem poetischen Geist in der Komposition. Auch bei Preller findet sich eine Orientierung am Bildtypus der idealen Landschaft verbunden mit einem objektiven Detailstudium.“

Förderer von Olga Potthast

Die von Preller geförderte Olga Potthast wandte sich unter seinem Einfluss ebenfalls der Landschaftsmalerei zu. Das Stadtmuseum Oldenburg widmete Preller im Jahre 1962 eine Ausstellung von Zeichnungen.

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