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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Mit dem Gemeinnützigen eng verbunden

11.09.2015

Varel Wie eng Stenographie und Journalismus verbunden sind, zeigt die jahrzehntelange Verbindung zwischen Ernst Ahnert und Robert Allmers (1872 – 1951), dem Verleger des „Gemeinnützigen“, Vorläufer der NWZ  in Varel. In seinen unveröffentlichten Lebenserinnerungen erzählt Robert Allmers: „Eines Mannes entsinne ich mich. Das war der Lehrer Ahnert (...). Seiner Anleitung verdankte ich, dass ich als Quintaner schon recht gewandt stenographieren konnte.“

Brief zum Geburtstag

Der Mitbegründer der Vareler Hansa-Automobilfabrik berichtet von dem großen Nutzen, den die Kurzschrift in Studium und Berufsleben für ihn hatte, und von der Stenografen-Karriere seines einstigen Lehrers. Besonders hebt er die Anhänglichkeit hervor, die Ahnerts Verhältnis zu seinen ehemaligen Schülern kennzeichnete.

Allmers schreibt: „Er hat seinen 13jährigen Schüler nicht vergessen, hat seinen Lebensweg verfolgt und mir immer wieder von Zeit zu Zeit ein Briefchen in seiner kalligraphisch schönen Kurzschrift geschrieben, zuletzt noch zu meinem 70. Geburtstag.“ Da war Ahnert bereits 82 Jahre alt.

Ernst Ahnert legte stets Wert auf ein gutes Verhältnis zur Presse. In Varel stieß der „Propagandist der Stenografie“, wie er sich selbst bezeichnete, schon bei dem Vater von Robert Allmers, dem Verleger Adolf Allmers (1839 – 1904), auf offene Ohren und Türen. Der „Gemeinnützige“ war – mit einem deutlich größeren Verbreitungsgebiet als heute – die meistgelesene Zeitung im Norden des Oldenburger Landes. In manchen Jahren waren es bis zu 30 Artikel zum Thema Stenografie, die während Ahnerts Zeit in dem Vareler Blatt erschienen, die zahlreichen Inserate des Steno-Vereins nicht mitgerechnet.

Zeitungsartikel waren damals zwar in der Regel nicht namentlich gekennzeichnet. Da aber viele dieser Artikel sehr detailliert (manchmal geradezu euphorisch) über Vorzüge und Erfolge der Gabelsbergerschen Stenografie berichteten, ist anzunehmen, dass Ahnert die Haupt-Informationsquelle und manchmal sogar selbst Verfasser war.

Tatkräftiger Unterstützer

Wie eng Adolf Allmers und Ernst Ahnert zusammenarbeiteten, zeigen zwei „Extra-Blätter“ des „Gemeinnützigen“ vom 10. und 11. Dezember 1889 über eine Versammlung der nach damaligem Verständnis links-liberalen Deutsch-Freisinnigen Partei, deren Anhänger und tatkräftiger Unterstützer der Vareler Verleger war. Die „Extra-Blätter“ enthielten die wörtlichen Protokolle der Reden und Debatten des Parteitags, der im „Grauen Roß“ zu Oldenburg stattgefunden hatte. Die Mitschriften stammten, wie der Vorspann zu den „Extra-Blättern“ mitteilte, von „Herrn Realschullehrer Ahnert in Varel“.

Die moderne und innovative Dichtung Ferdinand Hardekopfs hätte wohl nie eine Chance gehabt, in den von seinem Vareler Lehrer Ernst Ahnert herausgegeben Büchern und Zeitschriften für Stenografen abgedruckt zu werden. Bei Georg Ruseler (1866 – 1920) verhielt sich das anders. Die Werke des in Obenstrohe geborenen Schriftstellers und Pädagogen orientierten sich an vertrauten literarischen Formen des 19. Jahrhunderts, und es waren genau solche Texte, die Ahnert für sein breites Lesepublikum suchte.

So überrascht es nicht, eine von Ruselers „Ernsten Geschichten“ mit dem Titel „Die Beichte“ 1909 als Lesestück in Gabelsbergerscher Kurzschrift in einer von Ahnerts Stenografie-Zeitschriften zu finden.

Bekannte Persönlichkeit

Vieles spricht dafür, dass Ernst Ahnert und der sieben Jahre jüngere Georg Ruseler sich persönlich gekannt und geschätzt haben. Wie Ahnert gehörte Ruseler nach dem Erfolg seines Trauerspiels „Die Stedinger“ (1890) zu den bekannten Persönlichkeiten in der Region.

Und Ruseler hatte eine hohe Meinung von der Kurzschrift: Ausdrücklich stellte er Ahnerts Gabelsbergersche Stenografie auf eine Ebene mit der „Welthilfssprache“ Esperanto, für deren Verbreitung in den Schulen sich Ruseler engagierte. „Beide kommen mir vor“, schwärmte er in seiner Schrift „Oldenburger Schulkämpfe“ (1918/1919), „wie ein stolzer Baum: alles gut gewachsen und organisch gegliedert.“

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Bismarck | Vareler Hansa

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