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NWZonline.de Region Friesland Kultur

Mit Humor ins hohe Alter

08.01.2016

Varel Seine Karnevalskappe setzt Georg Kolschen auch heute noch gerne auf. „Ich wusste gar nicht, dass man überhaupt so alt werden kann“, scherzt der 87-jährige Vareler. Seinen Humor hat sich das älteste Mitglied der Karnevalsgemeinschaft Waterkant Dangastermoor und Umgebung bis ins hohe Alter bewahrt. In dieser Session blicken die Narren auf 60 Jahre zurück. Am kommenden Sonnabend, 9. Januar, feiern sie ihren Bunten Abend im Vareler Tivoli.

Seit Gründung dabei

Viele Erinnerungen hat Georg Kolschen in seinen Fotoalben gesammelt. Auch zahlreiche Zeitungsausschnitte und Orden dokumentieren die traditionsreiche Geschichte der Karnevalsgemeinschaft. Humorvoll sei er schon immer gewesen, erzählt der 87-Jährige. Auch bei Betriebsfeiern begeisterte der gelernte Spitzendreher jedes Jahr aufs neue seine Kollegen mit stimmungsvollen Auftritten und Kostümen. Auch Gesangseinlagen gehörten zu seinem Programm. Da habe es nahe gelegen, dass es ihn mit Ende 20 zum Karneval zog, sagt er. Als am 11. November 1956 die Karnevalsgemeinschaft Waterkant Dangastermoor und Umgebung gegründet wurde, war Georg Kolschen dabei. Der erste Elferrat wurde aufgestellt, und Walter Bräunlich übernahm das Amt des Präsidenten.

Auch seine verstorbene Frau Grete sei eine begeisterte Karnevalistin gewesen, erzählt Georg Kolschen, der im Meyerholzstift wohnt. Gemeinsam mit Präsidentin Gudrun Uhr blättert er in seinem Wohnzimmer durch das Fotoalbum. „Da waren wir das Prinzenpaar“, erzählt der Vareler und zeigt auf eine Schwarz-Weiß-Fotografie. Darauf abgebildet ist das Ehepaar bei seiner Prinzenproklamation im Jahr 1959. Zwei Söhne und eine Tochter hat Georg Kolschen. Einer seiner Söhne war als Trommler und Bläser bei den Karnevalisten aktiv.

Mit sieben, acht Wagen seien sie damals bei den Rosenmontagsumzügen angefangen, erinnert sich Georg Kolschen. „1956 habe ich den ersten Wagen gebaut.“ Thematisch dargestellt war der Dorfkrug Langendamm. Auch in den Anfängen startete der Umzug schon von Dangastermoor aus. Mehrere Jahre baute Georg Kolschen in Eigenregie die Wagen für die Kindergarde. Ob Puppenstube, Pilze oder Mainzelmännchen, mit viel Freude setzte er die Motive kreativ um. So stellte der Karnevalist aus Weiden eine überdimensionale Schultüte her, die auf dem Wagen thronte. „Ein paar Wochen saß ich da immer dran“, erinnert er sich. Inspirieren ließ er sich von Bildern und Postkarten. Mittels Zollstock hat er dann die Maße übertragen und umgerechnet.

Viele Orden hat der Karnevalist in den Jahren seiner aktiven Zeit erhalten. Die ersten Orden seien noch aus Holz und Pappe gebastelt worden, berichtet Georg Kolschen. Später wurden sie aus Messing gefertigt. Auch Uniformen habe es anfangs nicht gegeben, ergänzt Gudrun Uhr. Damals trugen die Mitglieder Sonntagsanzüge mit einem aufgesetzten Revers. Anfangs waren nur Männer im Elferrat. Die Kappen nähten die Mitglieder selbst.

Lieder geschrieben

Sie selbst kam im Alter von zwölf Jahren zum Karneval, blickt die heute 54-jährige Präsidentin zurück. Seitdem ist Gudrun Uhr mit Herzblut dabei. Georg Kolschen bekleidete während seiner aktiven Zeit das Amt des Kulturministers und war verantwortlich für einen reibungslosen Programmverlauf bei Veranstaltungen. Auf und hinter der Bühne war er aktiv und erntete großen Applaus. Auch Karnevalslieder schrieb der 87-Jährige. „Es machte einfach Spaß“, beschreibt er seine Begeisterung.

Wenn an diesem Sonnabend die Narren pünktlich um 19.11 Uhr zum Bunten Abend ins Tivoli laden, feiert auch Georg Kolschen mit.

Melanie Jepsen
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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