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NWZonline.de Region Friesland Kultur

KULTUR: Mit leisen Tönen durch Alltägliches

01.12.2005

VAREL VAREL - Eine kleine, eingeschworene Liebhabergemeinde der plattdeutschen Sprache hatte sich im Lothar-Meyer-Gymnasium eingefunden. Von Klaus Engler, Sprecher des Heimatvereins Varel, wurde sie dann auch als familiärer Kreis begrüßt. Der Bremer Autor Karl Scholz hatte krankheitshalber absagen müssen, dafür sprangen dankenswerter Weise sehr kurzfristig Erika Braasch aus Dangast und Matthias Huber aus Augustfehn ein.

Erika Braasch stand nicht zum ersten Mal vor den Zuhörern, um diese mit eigenen Werken im Oldenburger Platt zu erfreuen. Mit leisen Tönen durchwandern ihre Werke Alltagsbegebenheiten, die wie zum Beispiel bei der „Vörjahrskur“ oder „de Bankdeveree“ – die Zuhörer ordentlich zum Schmunzeln brachten. Man fand sich wieder in den Inhalten. Haben wir doch alle schon nach Dingen gesucht und sie als verloren oder gar gestohlen empfunden, um sie dann doch irgendwann wieder zu finden. Sehr nachdenklich stimmte der Beitrag „as wi Kinner wärn“. Die Autorin handelt hier eine eigene Kriegserinnerung ab, in der die Frau des Juden Littmann eines Tages „offhalt warn wär“ und Herr Littmann „darover dördreiht is“. Nach dem Krieg hatte aber angeblich niemand etwas davon gewusst. Die lockere Art, mit der der erst 25jährige Matthias Huber sich als „Beamter“ vorstellte, ließ einiges erwarten und er enttäuschte nicht. Die Zuhörer merkten schnell, dass dieser junge Mann in seinem „Friesenplatt“ zu Hause ist,

diese Sprache lebt. Ob es sich um Geschichten aus seinem Leben oder Inspirationen durch andere handelte, sie waren inhaltlich rund und wurden durch eine ausdrucksvolle Mimik unterstrichen. Für die Zuhörer war dies Genuss pur. Sie erlebten unter anderem mit, wie ein Arbeitervertreter, der Willy Brandt bei einem Aufenthalt in Apen gründlich die Meinung sagen wollte, dann doch nur ein „Willy, holl di wacker“ zustande brachte. Oder die Begebenheit mit Oma Wemmtje: Hier wollte ein Versicherungsagent der 76jährigen die Riester-Rente verkaufen. Diese machte sich aber erst einmal im Internet schlau, um festzustellen, dass ein Abschluss nur bis zum 55. Lebensjahr sinnvoll sei. Dem Vertreter sandte sie dann eine E-Mail mit der Bitte, sie fortan nur per SMS oder unter „Oma Wemmtje@t-online.de“ zu kontakten. Ja, es war ein vergnüglicher Abend. Die „Ersatzautoren“ hatten die Ausdruckskraft und Lebendigkeit der Plattdeutschen Sprache gekonnt zum Ausdruck gebracht.

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So mancher Zuhörer mag mit der Absicht nach Hause gegangen sein, sein eigens Plattdeutsch wieder öfter zu benutzen. Diese Sprache ist es wert, erhalten zu bleiben.

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